Probleme mit der E-Akte am Landgericht Görlitz - "Alle Programme laufen langsamer"

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Die sächsische Justiz nimmt weiter Kurs auf papierloses Arbeiten. Schon mehr als 60.000 elektronische Akten wurden erstellt, 400 Richter und Rechtspflegearbeitsplätze mit entsprechenden Computern, Monitoren und Signaturlesegeräten ausgestattet.  Hinzu kommen 600 Anschlüsse in Geschäftsstellen der Gerichte. Das Projekt befinde sich im Zeitplan, so eine Sprecherin des Justizministeriums.

Auch im Landgericht Görlitz sollen Papierakten bald der Vergangenheit angehören. Derzeit werden dort die Zivilverfahren elektronisch erfasst.  Die Umstellung läuft aber nicht so wie gewünscht. Es gibt Probleme. "Alle Programme laufen langsamer als vorher, nicht nur die elektronische Akte. Das ist nervig", so Landgerichtssprecher Reinhard Schade.

Schon die elektronische Signatur ist für viele eine Herausforderung. Bislang hat ein Richter seine Beschlüsse mit der Hand unterschrieben. Jetzt muss er einen achtstelligen Code in eine Box eingeben. "Die Zahlenkombination wird geprüft, anschließend übertragen. Das dauert pro Vorgang bis zu einer halben Minute." Ein Vorteil der E-Akte sei, dass sie für Verfahrensbeteiligte zeitgleich einsehbar sein soll. "Aber es ist nicht so, dass z.B. ein Schriftsatz von einem Rechtsanwalt in Echtzeit auf dem Bildschirm des Richters erscheint.", bemerkt Schade. Die Dateien und Anhänge müssten gesichtet und sortiert werden.

In einem Bereich sieht Schade aber eine wesentliche Beschleunigung, "dass der Wachtmeister nicht mehr die Akte hin und her tragen muss". Dann können   die Aktenwagen der Justizwachtmeister ausgemustert werden.

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Reporter Knut-Michael Kunoth