Programm für Lausitz Festival vorgestellt: Wie viel Lausitz steckt drin?
Mehr als 500 Künstler werden beim diesjährigen Lausitz Festival auftreten. Vom 24. August bis 14. September laufen über 50 Veranstaltungen an 30 Orten in der Ober- und Niederlausitz. Das Spektrum reicht von klassischen Konzerten, Theater und Tanz bis zu Liederabenden, Lesungen und philosophischen Gesprächen. Heute wurde das Programm in Berlin vorgestellt.
Für die fünfte Festivalausgabe wurde das Wort „Anderselbst“ gewählt. Es bezeichne eine Vielheit von Erfahrungen, die Menschen an Orten und Zeiten tiefgreifenden Wandels besonders intensiv prägen, so Festival-Intendant Daniel Kühnel.
Wie viel Lausitz steckt im Lausitz Festival? Künstler aus der Region hatten kritisiert, dass sie sich nicht einbezogen fühlen. Sie beklagten zugleich mangelnde Transparenz. Von Anfang an habe es den Anspruch gegeben, auch Künstler aus der Region einzubinden. Das müsse besser kommuniziert werden, räumte Kühnel ein. Er sprach von einem Lern- und Wachstumsprozess. „Entscheidend ist, wenn wir die Lausitz im Lausitz Festival suchen, müssen wir sie in der Kunst selbst suchen. Alle Vorstellungen kommen immer aus der Beschäftigung mit dem Strukturwandel, aus der Beschäftigung mit der Realität der Menschen in der Lausitz. Die Auseinandersetzungen finden dann in den Veranstaltungen statt. Man muss hinkommen, man muss es erleben. Dann bleiben eigentlich keine Fragen offen.“
Die Festival-Macher wollen noch mehr auf die Lausitzer zukommen. So gibt es am Abend vor der Eröffnung , also am 24. August, auf dem Görlitzer Obermarkt ein außergewöhnliches Musikspektakel. Die Open-Air-Mitsingaktion steht unter dem Titel „Freude schöner Lausitzfunken“, in Anlehnung an Beethovens „Ode an die Freude“. Das singende Publikum wird unterstützt von einem Chor aus der Lausitz und einem Sängerquartett und musikalisch begleitet von der Neuen Lausitzer Philharmonie und dem Görlitzer Orchester.
Eröffnet wird das Festival am 25. August mit Shakespeares „Othello/ Die Fremden“ in der „Telux“ in Weißwasser. Zuschauer können das Stück an mehreren Orten auf dem Gelände des ehemaligen Glaswerks erleben. Fans klassischer Musik haben die Gelegenheit, alle 16 Streichquartette von Ludwig van Beethoven zu hören, und zwar an besonderen Orten in der sächsischen und brandenburgischen Lausitz, z.B. auf Schloss Branitz, in der Zittauer Kreuzkirche, im Bildungsgut Schmochtitz und in der Fachwerkkirche Gut Saathain. Festivalort ist wieder ein Hangar auf dem ehemaligen Flugplatz in Cottbus. Dort wird getanzt. „Stille Post – lauter Träume“ ist das Motto. Im Filmtheater Guben wird das Stück „Widerstand“ aufgeführt von Lukas Rietzschel, der in Kamenz aufgewachsen ist und in Görlitz lebt. Der lettische Radiochor singt in der Görlitzer Peterskirche.
Das Festival geht in diesem Jahr erstmals auf schwankende Planken. Das Theaterstück „Vineta oder Das Schwarze Tal“ wird auf dem Motorschiff Barbara auf dem Senftenberger See aufgeführt, in Koproduktion mit der Neuen Bühne Senftenberg. Ein neuer Veranstaltungsort ist auch die St. Annen-Kirche in Kamenz.
Lausitzfestival vom 24. August bis 14. September.
Das Programm: www.lausitz-festival.eu