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Überwiegend friedliche Proteste, aber wieder Ausschreitungen in Bautzen

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Sie fordern die Rückgabe der Grundrechte und lehnen eine Impfpflicht ab. Gegner und Kritiker der Corona-Regeln sind erneut auf die Straße gegangen. Sie trafen sich am Abend zu sogenannten Abendspaziergängen in 19 Orten in der Oberlausitz, so u.a. in Bautzen, Görlitz, Zittau und Löbau, Rothenburg, Weißwasser, Bischofswerda und Niesky. Viele hielten brennende Kerzen in der Hand. Andere hielten kleine Plakate hoch. Darauf stand zum Beispiel „Grundrechte für alle - kein 2G“. Die Proteste der - von der Polizei geschätzten - über 6.500 Teilnehmer verliefen überwiegend friedlich. Zu Ausschreitungen kam es aber in Bautzen.

Polizisten wurden mit Pflastersteinen und Flaschen beworfen. Dabei erlitten drei Beamte Verletzungen. Vier Einsatzfahrzeuge wurden beschädigt. Unter den mehr als 800 Menschen, die durch Bautzen zogen, machte die Polizei etwa 150 bis 200 offenbar Gewaltbereite aus dem rechten Spektrum aus.  Drei Personen versuchten, eine Polizeikette zu durchbrechen. Dabei seien die Einsatzkräfte angegriffen worden. Die Polizei setzte Pfefferspray ein. Ein Angreifer bekam einen Asthmaanfall. Er wurde zu einem Rettungswagen gebracht. Die Situation in Krankenhausnähe war aufgeladen.  Leuchtfackeln  wurden gezündet. Sie flogen gefährlich nahe an Wohnhäuser. Vermutlich Rechtsradikale kletterten über Mauern und rannten durch das Krankenhausgelände. 

In anderen Städten und Gemeinden in der Oberlausitz kam es zu keinen  größeren Vorkommnissen. In Zittau waren rund 1.000 Menschen auf den Beinen, in Görlitz 600, in Hoyerswerda 300, in Kamenz über 400 und in Löbau rund 900. Die Polizei schätzte die Teilnehmerzahl in Weißwasser auf 300, in Bischofswerda auf 500, in Ebersbach-Neugersdorf auf fast 300 und in Schirgiswalde-Kirschau auf etwa 100.

Die Polizei stellte bei den Protesten in den Landkreisen Bautzen und Görlitz insgesamt 36 Straftaten fest - darunter auch eine Körperverletzung im Amt in Bautzen, also offenbar eine Anzeige gegen einen Polizisten. In Bautzen wurde eine Person in Gewahrsam genommen.

Den größten unangemeldeten Protestzug in Brandenburg gab es in Cottbus. Dort zogen nach Schätzungen der Polizei etwa 3.000 Menschen durch die Innenstadt. Auch einige Personen aus der rechtsextremen Szene seien unter den Teilnehmenden gewesen, berichtete Polizeisprecher Maik Kettlitz. In den Landkreisen Elbe-Elster, Oberspreewald-Lausitz, Dahme-Spreewald und Spree-Neiße waren es zusammen etwa 4000 Menschen, die gegen die Corona-Bestimmungen demonstrierten.