Protest treibt fast 4.000 Menschen in der Oberlausitz auf die Straße

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Fast 4.000 Menschen haben am Abend in der Oberlausitz ihren Unmut über die Corona-Regelungen zum Ausdruck gebracht. Sie gingen in zwölf Städten auf die Straßen. Sogenannte Spaziergänge gab es in Bautzen, Görlitz, Zittau, Hoyerswerda und Weißwasser sowie in Löbau, Kamenz, Niesky, Bischofswerda, Bernsdorf, Radeberg und Rothenburg. Teilnehmer hielten brennende Kerzen in der Hand.  Manche brachten ihre Kinder mit. Viele trugen keinen Mund-Nase-Schutz. Mancherorts - wie in Bautzen -  wurden Weihnachtslieder gesungen. Die Polizei war mit über 600 Einsatzkräften da. 27 Strafanzeigen wurden aufgenommen und 143 Ordnungswidrigkeiten wegen des Verstoßes gegen die Coronaschutz-Verordnung festgestellt.

In Bautzen waren nach Angaben des AfD-Landtagsabgeordneten Frank Peschel  700 bis 900 Menschen unterwegs. Die Polizei machte zur Gesamtzahl keine Angaben. Sie zählte neben einem angemeldeten Autokorso sechs Versammlungen, bei denen die maximal erlaubte Teilnehmerzahl eingehalten worden sei. Initiatoren der Erklärung „Bautzen gemeinsam“ projizierten Kommentare von Unterzeichnern an den Reichenturm, zum Beispiel: „Es sind genug Menschen an Corona gestorben. Wo bleibt die Achtung vor den Toten“. Die Initiative sorgt sich um den Ruf der Stadt. 

In Görlitz zogen Gegner und Kritiker der erlassenen Corona-Regelungen vom Postplatz in die Altstadt. Sie wollten zum Rathaus und dort brennende Kerzen abstellen. Polizisten kreisten den Tross ein. Von etwa 80 Menschen wurden die Personalien aufgenommen. Nach Schätzung unseres Korrespondenten waren in Görlitz  200 bis 250 Teilnehmer unterwegs. Die Polizei machte zwei Aufzüge mit rund 300 Teilnehmern aus.

In Hoyerswerda stoppte die Polizei eine Gruppe von mehr als 150 Menschen. Der Aufzug löste sich auf. Wenig später bildete sich eine Gruppe von über 400 Personen. . Personalien wegen des Verstoßes gegen die Coronaschutz-Verordnung wurden aufgenommen, u.a. auch von einer AfD-Landtagsabgeordneten.   Wegen der hohen Infektionszahlen sind derzeit in  Sachsen  Versammlungen mit maximal zehn Teilnehmern erlaubt. Gegen einen 53-Jährigen wurden strafrechtliche Ermittlungen aufgenommen. Er soll mit einem Tritt die Kamera einer Polizistin beschädigt haben.

In Zittau zogen etwa 400 Gegner und Kritiker der Corona-Politik vor das Rathaus. Vor der Johanniskirche kam es zu zu einem Zwischenfall. Eine Frau soll brennende Kerzen ausgetreten haben, die Teilnehmer aufgestellt hatten. "Ein Mann fiel ihr dabei derart in den Arm, dass sich die Frau dadurch verletzt sah", so die Polizei. Gegen den 40-Jährigen wird wegen Körperverletzung ermittelt. Vor der Schauburg soll ein Mann auf einen Polizisten eingetreten und ihn gegen eine Hauswand gedrückt haben. Auch gegen den 33-Jährigen wird ermittelt.