Protest und Gegenprotest am Tagebau Turow
Hunderte Kohlegegner haben gestern am Zittauer Dreiländereck gegen den Ausbau des Tagebaus Turow protestiert. Sie bildeten Menschenketten und fuhren mit Kajaks auf der Neiße an der Grube vorbei. Die Demonstranten fürchten Wasserknappheit, Lärm und Schwermetalle in der Neiße. Auf polnischer Seite versammelten sich Tagebau-Unterstützer.
Energiekonzern PGE erklärte, dass der Tagebau Turów den Umweltstandards entspricht und Tausende Arbeitsplätze in der Region schafft. Dem Unternehmen wurde jüngst die Genehmigung für eine Fortsetzung seiner Aktivitäten bis 2026 gewährt. PGE würde die Laufzeit gerne bis 2044 verlängern, bis das gesamte Braunkohlevorkommen abgebaut ist. Gegner des Tagebaus wünschen sich indes eine Schließung binnen zehn Jahren.
Polen produziert derzeit fast 80 Prozent seines Stroms aus Braun- und Steinkohle.