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  • Das Museum der Westlausitz Kamenz befindet sich an der Pulsnitzer Straße.

Proteststurm gegen drohendes Aus für Museum der Westlausitz Kamenz

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In der Debatte um den geplanten Rückzug des Landkreises Bautzen aus der Trägerschaft des Museums der Westlausitz Kamenz formiert sich ein breiter Proteststurm von Fachverbänden, wissenschaftlichen Institutionen und Naturschutzorganisationen. Im Mittelpunkt der Kritik stehen die ab 2028 drohende Schließung sowie die Gefährdung der wissenschaftlichen Sammlungen. 

Es liegen uns Schreiben vor vom Sächsischen Museumsbund, der Archäologischen Gesellschaft in Sachsen, des Zentrums für immaterielles und materielles Kulturgut (ZIMAK) der Universität Leipzig, der Naturforschenden Gesellschaft der Oberlausitz, des Senckenberg Naturkundemuseums Görlitz  sowie des Landesvereins Sächsischer Heimatschutz und lokaler Naturschutzhelfer.

Die Kernpunkte des Protests

  • Hintergrund der Pläne: Der Kreistag Bautzen beabsichtigt, im November 2026 einen Grundsatzbeschluss zur Abgabe der Trägerschaft zum 31. Dezember 2027 zu fassen, um den angespannten Kreishaushalt zu entlasten. Kritiker bemängeln jedoch, dass bisher kein Nachfolgeträger benannt wurde und die Schließung der Einrichtung droht.
  • Zweifel an der Kostenrechnung: Mehrere Akteure verweisen auf Unstimmigkeiten bei den Zahlen. So betont der Förderverein, dass der jährliche Zuschuss des Landkreises nicht bei den oft genannten 1,1 Millionen Euro, sondern bei etwa 0,8 Millionen Euro liegt.
  • Gefährdung der wissenschaftlichen Sammlungen: Das Mehrspartenhaus verwahrt über 120.000 Exponate aus Zoologie, Botanik, Geologie, Paläontologie, Archäologie und Kulturgeschichte. Eine Trennung von Fachpersonal und Sammlungen würde diesen einzigartigen Wissensschatz für Forschung und Öffentlichkeit unnutzbar machen.
  • Bedeutung für Archäologie und Ehramt: Die Archäologische Gesellschaft in Sachsen hebt hervor, dass der Fachbereich die Pflege einer Regionaldatenbank mit über 50.000 erfassten Fundkomplexen sichert und ehrenamtliche Bodendenkmalpfleger koordiniert. Auch Naturschutzhelfer und Umweltverbände warnen vor dem Verlust unverzichtbarer Fachexpertise für das Ehrenamt und die Region.
  • Breitenwirkung und Bildungsauftrag: Mit über 30.000 Besucherinnen und Besuchern sowie über 8.000 Teilnehmenden an Bildungsangeboten pro Jahr leistet das 2007 mit dem Sächsischen Museumspreis ausgezeichnete Haus einen zentralen Beitrag zur Bildungslandschaft und Identität der Region.

Der Sächsische Museumsbund  hebt hervor, dass das Haus 2007 als erstes Museum überhaupt mit dem Sächsischen Museumspreis ausgezeichnet wurde, jährlich über 30.000 Besucher anzieht und die Sicherung des Bildungs- und Vermittlungsangebots eine eindeutige Kreisaufgabe ist. 

Die Archäologische Gesellschaft in Sachsen warnt vor immensem Imageschaden und betont die unverzichtbare Leistung des Museums bei der Betreuung von über 50.000 archäologischen Fundkomplexen in der Regionaldatenbank sowie bei der Schulung und Koordinierung ehrenamtlicher Bodendenkmalpfleger im Landkreis Bautzen.

Das Zentrum für immaterielles und materielles Kulturgut der Universität Leipzig fordert, vor einer Trägerentscheidung offene Gespräche über den Erhalt und die Erschließung der Sammlungen zu führen.

Die Naturforschende Gesellschaft der Oberlausitz  warnt davor, dass eine Zerschlagung der Sammlungen die Dokumentation der biologischen und geologischen Vielfalt der Region zerstöre. Sie fordert die Aussetzung des Kreistagsbeschlusses und ein gemeinsames Zukunftskonzept.

Der Landesverein Sächsischer Heimatschutz  hebt hervor, dass das Museum als Heimat- und Umweltbildungsstätte unersetzlich für Schulen, Vereine, Ortschronisten und den ehrenamtlichen Naturschutzdienst in der Westlausitz ist.