Prozess gegen mutmaßliche Diebesbande aus Löbau
Schweigen auf der Anklagebank. Drei Männer und eine Frau aus Löbau und Umgebung haben sich heute zu Beginn der Verhandlung vor dem Landgericht Görlitz nicht geäußert. Das ist ihr gutes Recht. Was ihnen vorgeworfen, ist umfangreich und wiegt schwer: Bandendiebstahl und Betrug in mehr als 30 Fällen.
Sie sollen in Wohnhäuser, Garagen und Gewerberäume in Löbau, Lawalde, Lauba und Wendischbaselitz eingebrochen sein und geklaut haben, was sich bei „ebay“ in bare Münze verwandeln ließ. DDR-Mopeds, eine Porzellanvase für 1.500 Euro, Bleikristallschalen, eine Briefmarkensammlung, Herrnhuter Sterne, Lego-Spielzeug, Bonsai-Bäume. Aus einem Baustoffhandel in Niedercunnersdorf wurden Werkzeuge im Wert von über 8.000 Euro gestohlen. Die Taten hätten sie zu viert, zu dritt oder zu zweit begangen. Auch zog nur einer mal los.
Das Diebesgut sei in einer Wohnung und in einem Garten zwischengelagert worden – für den Verkauf im Internet, so die Staatsanwältin.
Bei Versandhäusern hätten sie Waren auf falsche Namen bestellt und dafür Briefkästen an unbewohnten Häusern angebracht. Geliefert wurde hauptsächlich Bekleidung. Mit dem Geld aus den verkauften Gegenständen sollen die Angeklagten ihren Lebensunterhalt bestritten und Drogen gekauft haben. Die Staatsanwaltschaft hat einen Schaden von mehr als 20.000 Euro errechnet.
Der Prozess wird fortgesetzt.