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Prozess in Görlitz - behindertes Ehepaar ausgeraubt

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Vor dem Landgericht Görlitz hat heute ein Prozess gegen sieben junge Männer im Alter von 16 bis 24 Jahren begonnen. Ihnen werden schwerer Raub, Einbrüche, Körperverletzungen, Diebstähle, Bedrohung und Beleidigung vorgeworfen.

Die Staatsanwältin brauchte rund eine Dreiviertelstunde, bis sie alle neun Anklagen verlesen hatte.  Für den Prozessbeobachter war es ein Streifzug durch das Strafgesetzbuch: Münzautomaten aufgebrochen, einen Wachmann beleidigt und angespuckt, in Gartenlauben eingedrungen, Alkohol und Geld gestohlen, einem die Nase gebrochen, einem anderen ins Gemächt getreten…

Am schwersten wiegt jedoch dieser Vorwurf:  Sechs der sieben Angeklagten sollen in die  Wohnung eines geistig behinderten Ehepaars in Görlitz eingedrungen sein und insgesamt über 20.000 Euro gestohlen haben. „Die Bewohner wurden mit einem Messer bedroht“, so die Staatsanwältin.  Das  Geld hätten die Angeklagten untereinander aufgeteilt. Von den Sparbüchern des Ehepaars sollen sie 1.500 Euro abgehoben haben. Einen Tresor und eine Geldkassette bekamen sie nicht auf. „Sie versenkten die Beute in der Neiße.“ 

Und die Angeklagten? Sie ließen heute ihre Verteidiger sprechen. Einzelne Taten wie die Einbrüche in Gartenlauben und der Diebstahl von Geld aus Münzautomaten räumten sie ein. Einer der jungen Männer äußerte sich gar nicht, ein anderer konnte sich an Einzelheiten nicht mehr erinnern. 

Der Einbruch bei dem Ehepaar liegt bereits zwei Jahre zurück. Damals waren fast alle von der Staatsanwaltschaft beschuldigten Angeklagten Jugendliche, einer davon mit 14 gerade strafmündig geworden. Sollten sie verurteilt werden, können sie mit vergleichsweise milden Strafen rechnen, denn in diesem Fall müsste dann das Jugendstrafrecht angewendet werden.

Der Prozess wird am 21. Januar fortgesetzt. Dann sollen erste Zeugen gehört werden.