Prozess in Görlitz: „Es war überall Blut“
Für einen 43-jährigen Görlitzer geht es um viel. Wird er viele Jahre in der Sicherungsverwahrung verbringen müssen? Er soll einen Bekannten lebensgefährlich verletzt haben und einen Fahrgast in der Straßenbahn eine Bierflasche auf den Kopf geschlagen haben. Sein Vorstrafenregister enthält mehrere Einträge. Am vergangenen Freitag begann der Prozess vor dem Landgericht Görlitz.
Es dauerte nur wenige Stunden, bis er wieder straffällig wurde. Am Vormittag kam der Görlitzer aus der JVA Dresden frei. Mit der Bahn fuhr er zunächst nach Bautzen, erledigte dort Behördengänge, kaufte sich Schnaps und trank. Dann fuhr er weiter nach Görlitz. Plötzlich stand er im Wohnzimmer seines Bekannten, zerschlug eine Glas-Bon und stach ihm mit einer Scherbe in den Unterarm, so die Anklage. Eine Vene wurde dabei durchtrennt. Das Opfer verlor kurz das Bewusstsein. Es wurde durch eine OP gerettet.
„Ich hatte Angst, dass ich sterbe“, sagte der 41-Jährige in der Verhandlung. „Es war überall Blut“, schilderte seine Freundin, die mit ihm auf der Couch gesessen hatte. Ihr gelang die Flucht. Sie rief den Rettungsdienst. Zum Motiv herrscht Unklarheit. Vor der Tat soll der Angeklagte wiederholt geäußert haben, dass man ihn vergiften wolle. Er selbst könne sich nur sehr fragmentarisch an die Tat erinnern, ließ er seine Verteidigerin erklären.
Die Staatsanwältin will, dass er auch nach der Haft weggeschlossen bleibt. Er habe einen Hang zu erheblichen Straftaten und stelle deshalb eine Gefahr für die Allgemeinheit dar.
Der Prozess wird fortgesetzt.