Prozess zu Brand im Asylbewerberheim Hoyerswerda
Der Brand im Hoyerswerdaer Asylbewerberheim hat für einen Inder ein juristisches Nachspiel. Seit heute muss sich der 40-Jährige vor dem Landgericht in Bautzen verantworten. Er soll im Juli vergangenen Jahres absichtlich ein Zimmer in Brand gesteckt haben – aus Frust, weil ihm ein Hausverbot erteilt worden war, so der Vorwurf. Der Angeklagte bestreitet das.
Der Inder hatte einen Termin bei Ausländerbehörde. Er wollte eine Duldung, um weiter Geld zu erhalten, bekam den Nachweis aber nicht. Er kehrte wütend zurück und riss im Eingangsbereich des Heims eine Wandtafel herunter. Daraufhin erhielt er einen Tag später Hausverbot. Aus Rache habe der Angeklagte die Matratze in seinem Zimmer angezündet, die Tür verschlossen und sei weggelaufen, so der Staatsanwalt. Das Heim mit 150 Bewohnern – darunter Familien mit Kindern – wurde evakuiert. Es entstand ein Schaden von 100.000 Euro.
Dagegen erklärte der Angeklagte: Er habe eine Zigarette geraucht und die vermutlich nicht ausgedrückte Kippe in einen Aschenbecher geworfen, der möglicherweise umgefallen sei. „Ich verließ das Zimmer, schaute mich nicht mehr um.“
Der Inder kam vor 20 Jahren mit einem Schengen-Visum nach Westeuropa, lebte in Italien, Frankreich und Belgien und seit 2005 in Deutschland. In Köln hatte er angeblich seinen Pass verloren. Asyl in Europa wollte er nicht haben, sondern weiter nach Kanada zu seinen Eltern reisen oder in seine Heimat zurückzukehren. Die indische Botschaft habe ihm aber keinen neuen Pass ausgestellt.
Der Prozess wird fortgesetzt.