Prozess um geraubte Präsidenten-Kutte in Görlitz
Um eine weiße Präsidenten-Kutte geht es derzeit am Landgericht Görlitz. Drei Männer und eine Frau sollen den Umhang geraubt haben. Das Statussymbol gehörte dem abgelösten Deutschland-Präsidenten der rechtsextremen Vereinigung „Brigade 8“. Weil er die Kutte nicht hergeben wollte, wurde er geschlagen und getreten, so die Anklage.
Die Tat geschah im Juli 2021 in Mücka bei Niesky. Die Angeklagten kamen aus Cottbus, um die Lederkutte abzuholen. Es kam zum Streit. Der geschasste Präsident weigerte sich, das Statussymbol zu übergeben. „Daraufhin wurde er mit einer Pistole bedroht und ihm ein Messer an die Kehle gehalten“, so der Staatsanwalt. Die damalige Freundin des „Präsidenten“ holte schließlich die Kutte und übergab sie den Angeklagten.
Anders als bei der Polizei gab sie sich heute vor Gericht wortkarg, konnte sich angeblich an vieles nicht mehr erinnern. Sie hatte wohl Angst vor dem langen Arm der „Brigade“. Zum nächsten Verhandlungstag soll dann der „Präsident“ gehört werden. Verhandelt wird nur gegen drei Angeklagte. Das Verfahren gegen einen Vierten wurde abgetrennt. Ihm soll später der Prozess gemacht werden.
Die Angeklagten haben sich bislang nicht zu den Vorwürfen geäußert.