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Viel Prunk & Gold: Residenzschloss weiht Festetage ein

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Es glänzt und funkelt wie zuletzt zu Zeiten von August dem Starken im  Dresdner Residenzschloss! Montagabend eröffnet Bernd Ebert, Generaldirektor der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden (SKD)  im Beisein von Kultur-Staatsminister Wolfram Weimer und Sachsens Kulturministerin Barbara Klepsch die frisch restaurierte Festetage. Ab Mittwoch können Besucher dann auch die Räume sowie die neue Dauerausstellung „Masken und Kronen. Festkultur und Machtrepräsentation am Dresdner Hof“ sehen. 

Mit der vollständigen Sanierung des Propositionssaals und dem Großen Ballsaal ist die Festetage abgeschlossen. Damit können alle Repräsentationsräume erstmals wieder in ihrer historischen Abfolge besichtigt werden. Wie einst August der Starke können die Besucher von der Englischen Treppe durch den Riesensaal mit seinen Turnierszenen, in das renovierte Audienzzimmer der Königin, den Kleinen und Großen Ballsaal bis ins lichtdurchflutete Porzellankabinett und den Propositionssaal, wandeln. Letztere leitet in die barocken Paraderäume Augusts des Starken über. Krönender Abschluss des Rundgangs ist die Türckische Cammer mit osmanischer Kunst.

Die Kombination aus historischem Gebäude und der Vielfalt der erhaltenen Gegenstände vom Hofe der Sachsen-Könige bezeichnet der SKD-Generaldirektor als „weltweit einzigartig“. 

Seltene Stücke zu sehen

Die neue Dauerausstellung „Masken und Kronen. Festkultur und Machtrepräsentation am Dresdner Hof“ umfasst über 450 Objekte, von denen viele seit dem Zweiten Weltkrieg nicht mehr zu sehen waren. Der größte Teil stammt aus der Rüstkammer, aber auch aus dem Münzkabinett, dem Grünen Gewölbe, dem Kupferstich-Kabinett, der Galerie Neue Meister und der Skulpturensammlung. Leihgaben gewährten zudem das Sächsische Staatsarchiv und die Kunstsammlungen der Veste Coburg. Die Kunstwerke gehören zu den kostbarsten Zeugnissen europäischer Festkultur und jahrhundertealter Repräsentation fürstlicher Macht. Darunter befinden sich der einzige in Deutschland erhaltene barocke Kurhut, die Krönungsfigur Augusts des Starken und seine berühmte goldene Sonnenmaske, geschaffen von Hof-Goldschmied Johann Melchior Dinglinger.

Viele Exponate wurden aufwendig restauriert, z.B. ein Schlittenzeug mit über 500 Glöckchen, das der Sohn Augusts des Starken, Friedrich August II. nutzte, um in Wien um die Hand der Kaisertochter Maria Josepha anzuhalten.

Gemeinsam mit der Ausstellung wird auch das Turmzimmer mit dem historischen Porzellankabinett, einst der erste Showroom der Meissener Porzellanmanufaktur, wiedereröffnet. Unter der originalgetreu ergänzten Renaissancestuckdecke glänzen dort auf vergoldeten Konsolen vor roten Paneelen und Spiegeln wertvolle Dragonervasen, die den Krieg unbeschadet überlebten. 

Schloss 2028 fertig

Knapp 81 Jahre nach der Zerstörung – davon 40 Jahre als (Kriegs-)Ruine, 37 Jahre als Provisorium und drei Jahre als Baustelle – erstrahlen Propositionssaal und Großer Ballsaal wieder in historischer Anmutung. Insgesamt flossen rund 21 Millionen Euro in die Rekonstruktion,  davon 4,6 Millionen Euro vom Bund und 16,4 Millionen Euro aus Landesmitteln.

Bis zur Fertigstellung aller Bereiche des Residenzschlosses 2028 werden Sachsen und der Bund rund 407 Millionen Euro in den Wiederaufbau investieren. 

Audio:

SKD-Generaldirektor Bernd Ebert erklärt die neue Ausstellung