Radeberger vom Vorwurf der Computersabotage bei Görlitzer Abschleppfirma freigesprochen
Das Amtsgericht Görlitz hat einen Radeberger vom Vorwurf der Computersabotage freigesprochen. Ihm konnte nicht nachgewiesen werden, dass er Schaden anrichten wollte. Der Richter sah keine Hinweise für ein vorsätzliches Handeln. Der Angeklagte hatte eingeräumt, mehrmals beim Abschleppdienst Dussa in Holtendorf bei Görlitz via Skype angerufen zu haben, um angeblich über seine Angst- und Panikstörungen hinwegzukommen. „Er blockierte die Leitungen und sorgte im November und Dezember 2019 mindestens fünfmal für den Totalausfall der Telefonanlage“, so die Staatsanwältin. Für jeweils zwei Stunden war die Firma nicht erreichbar.
„Es gab Nächte, in denen er über 30mal anrief“, so Seniorchef Klaus Dussa (67). Er sagte nichts. „Wenn die Mitarbeiter auflegten, drückte er die Wahlwiederholung, so dass die zwölf Leitungen der Firma bald überlastet waren und die Anlage zusammenbrach.“ IT-Experten mussten das System wieder zum Laufen bringen.
Der Telefonterror begann wenige Monate nachdem der Angeklagte aus dem Gefängnis entlassen worden war. Er saß ein, weil er über 1.000 Mal bei einer Taxiservice-Inhaberin in Weinböhla angerufen hatte – außerdem bei der Chefin einer Abschleppfirma in Hamburg und bei Nachbarn. Die Angerufenen klagten anschließend über Panik- und Angstattacken sowie Schlafstörungen, waren zeitweilig nicht arbeitsfähig. Das Amtsgericht Kamenz verurteilte ihn dafür 2017 wegen Nachstellung und vorsätzlicher Körperverletzung zu 16 Monaten Haft.
Die Holtendorfer Abschleppfirma hatte er schon einmal belästigt. Das war 2015. „Man sieht sich immer zweimal im Leben“, sagte Klaus Dussa im Zeugenstand. Nur dass der Angeklagte wenig später das Gericht als freier Mann verließ, mit dem Versprechen, dass er das Abschleppunternehmen nicht mehr anrufen werde.