Rätsel um Hohlraum unter Görlitzer Bahnsteighalle
(kmk) Bauarbeiter haben bei der Sanierung der über 100 Jahre alten Görlitzer Bahnsteighalle eine rätselhafte Entdeckung gemacht. Sie stießen auf einen tunnelartigen Hohlraum. Der Schacht ist sechs Meter tief, zwei Meter breit und 1,60 Meter hoch. Unterlagen dazu hat die Deutsche Bahn nicht gefunden. Einen alten Posttunnel schließt Projektleiter Andreas Bach aus.
Wegen des Hohlraums, auf dem ein Fundament lastet, und wegen der durchgerosteten Hallenträger musste umgeplant werden. Die Bauarbeiten sind deshalb um ein halbes Jahr in Verzug geraten. Dennoch will die Deutsche Bahn die Sanierung der Görlitzer Bahnsteighalle bis Ende 2025 geschafft haben.
Es gebe ein Problem mit der Statik, so Bach. Jede zweite Stütze müsse komplett erneuert werden. Bislang wurden die Glasfenster an beiden Seiten der Halle entfernt und die Entwässerung teilweise erneuert. Derzeit laufen die Planungen für die Hallenbeleuchtung und des neuen Aufzugs an Bahnsteig 9/10. „Nur weil wir draußen nichts machen, heißt das nicht, dass wir nicht arbeiten“, ergänzt der Projektleiter. In den kommenden Wochen soll ein Gerüst aufgebaut und mit den Sandstrahlarbeiten noch vor Weihnachten begonnen werden.
Im März dieses Jahres war offizieller Start für die 33 Millionen Euro teure Sanierung. Die Halle besteht aus drei Hallenschiffen, die sich jeweils über zwei Gleise und einen Bahnsteig erstrecken. Die Görlitzer Bahnsteighalle wurde um 1914 errichtet und um 1930 umgebaut. Zuletzt war das Dach 1980 abgedichtet worden.