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Ratsarchiv-Schätze sollen Görlitz auf Welterbespur bringen

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Görlitz hat seine Forschungen zur  Aufnahme in die Welterbeliste konkretisiert.  In den Fokus ist   die  alte Handelsstraße „Via Regia“ mit den mittelalterlichen Hallenhäusern gerückt.  Untersucht wird nun, inwieweit die beiden Objekte Beispiel sein können für das zentraleuropäische Handelssystem der frühen Neuzeit. So sollen die 22 Hallenhäuser in der Görlitzer Altstadt und das Leben ihrer Besitzer bis Mitte nächsten Jahres  weiter erforscht werden.  In den Kaufmannspalästen wurde im Mittelalter Handel getrieben. Görlitz gilt als Wiege der Hallenhäuser. Sie sind  noch heute an verschiedenen Orten in Europa zu finden. Die Görlitzer Hallenhäuser säumen die ehemalige Handelsstraße „Via Regia“, die von Kiew nach Santiago de Compostela verlief. 

Bei der weiteren Erforschung der Gebäude sollen die Bestände des Görlitzer Ratsarchivs genutzt werden. Dazu gehören auch die Aufzeichnungen des ehemaligen Ratsarchivars Richard Jecht (1858 -  1945). Der Enkel des  Historikers, Ekkehard Jecht, übergab am Donnerstag den Nachlass seines Großvaters an die Stadtverwaltung. „Es sind über 40 Konvolute mit 1.000 beschriebenen Blättern, Manuskripten und handschriftlichen Notizen. Die Unterlagen eröffnen uns neue Zugänge zu den Hallenhaus-Forschungen“, so Ratsarchivar Siegfried Hoche.

Görlitz sei auf der richtigen Spur, sagte Sachsens Welterbestättenkoordinatorin Friederike Hansell. Jetzt gelte es, die richtige Nominierungsstrategie zu entwickeln. Görlitz will dabei Expertenrat aus dem Ausland einholen. Im Februar kommenden Jahres wird der Stadtrat über das weitere Vorgehen beraten. Die Vorarbeiten sollen im Frühjahr abgeschlossen werden. Dann könne ein neues Bewerbungskonzept für die Aufnahme in die Welterbeliste aufgestellt werden, so Oberbürgermeister Siegfried Deinege.

Görlitz hatte sich schon einmal als Welterbekandidat empfohlen, war aber 2014 nicht auf die nationale Bewerberliste gekommen. Die Kultus­mi­nis­ter­kon­fe­renz empfahl damals der Stadt, die Forschungen weiter zu verstärken und in der nächsten Runde wieder anzutreten. Von den sächsi­schen Kandi­daten schaffte es nur Schloss Harten­fels auf die Liste. Ein Platz auf der nationalen Liste ist Voraus­set­zung, um als Welterbe anerkannt zu werden.

Audio:

Welterbestättenkoordinatorin Friederike Hansell