Razzia bei Lovoo in Dresden
Landeskriminalamt und Staatsanwaltschaft durchsuchen seit Mittwochmorgen die Räume der Dresdner Dating-App-Betreiber Lovoo auf der Prager Straße. Auch Büros und Wohnungen in Berlin und Nürnberg wurden durchsucht, insgesamt waren 200 Polizisten in 16 Objekten. Sie nahmen Handys und Computertechnik mit.Ermittelt wird gegen zwölf Beschuldigte wegen gewerbsmäßigen Betruges, teilten LKA und Staatsanwaltschaft mit. Zwei Personen, Geschäftsführer bei Lovoo, wurden festgenommen.In der Mitteilung von LKA und Staatsanwaltschaft heißt es: "Die Firma soll gefälschte Profile, sogenannte Fake-Profile, von Personen angelegt haben, welche durch real existierende Mitglieder kontaktiert werden konnten. In der Regel handelte es sich bei denTäuschungsopfern um Männer. Dabei sollten die Nutzer veranlasst werden, mit den virtuellen Personen in Kontakt zu treten und dabei die kostenpflichtigen Funktionen der Dating-Plattform nutzen. Bei den Durchsuchungen wurden zahlreiche verfahrensrelevante Unterlagen, Computer- und Mobilfunktechnik, sowie eine größere Anzahl von Datenspeichern sichergestellt.Ziel der Maßnahmen ist nicht die Abschaltung des Online-Portals, sondern die Verhinderung krimineller Handlungen zu Lasten der Nutzer. Weitere Einzelheiten können derzeit aus ermittlungstaktischen Gründen, aber auch mit Rücksicht auf die Persönlichkeitsrechte von Beteiligten und weiteren Mitarbeitern des Unternehmens, nicht mitgeteilt werden."Im Herbst vergangenen Jahres waren durch das Fachmagazin c't Vorwürfe laut geworden, Lovoo würde mit Fake-Profilen den Nutzern das Geld aus der Tasche ziehen - das Unternehmen bestritt die Vorwürfe.Nach Unternehmensangaben vom April wurden weltweit 50 Millionen Nutzer registriert. Zu den aktuellen Maßnahmen der Ermittler wurden Pressestelle und Geschäftsleitung von Lovoo angefragt, eine Antwort steht bislang aus. Telefonisch war die Presseabteilung zunächst nicht erreichbar.Rechtsanwalt Frank Hannig vertritt einen der Geschäftsführer der Lovoo GmbH, er bestätigte am Mittag vor Ort die Ermittlungsmaßnahmen. Mehr könne man aufgrund des laufenden Verfahrens aktuell nicht sagen, er bitte um Verständnis, sagte Hannig.Mitarbeiter verließen am Mittag die Räume von Lovoo im Florentinum an der Prager Straße. Ermittler trugen Kisten aus dem Gebäude.Nach unseren Informationen haben im Herbst vergangenen Jahres LKA-Ermittler, die auf Wirtschaftskriminalität spezialisiert sind, Ermittlungen aufgenommen.
Anwalt Frank Hannig vertrittet einen #Lovoo-GF. Er bestätigt Ermittlungen: https://t.co/lfaFtaiNsfpic.twitter.com/Eh0Kg3tTT1
— Radio Dresden (@RadioDresden) 8. Juni 2016