Sachsen empfiehlt die Lausitz als Standort für das Einstein-Teleskop
Sachsen greift nach den Sternen. Der Freistaat empfiehlt den Lausitzer Granit als Top-Kandidaten für das Einstein-Teleskop. Das Projekt wurde gestern Abend in der sächsischen Landesvertretung in Berlin von Spitzenwissenschaftlern und Regierungsvertretern vorgestellt. Das Ziel: Die Lausitz soll Standort für das geplante unterirdische Gravitationswellen-Observatorium werden.
Der Lausitzer Granit biete außergewöhnliche Stabilität und Homogenität, so Geophysiker Andreas Rietbrock. Das seien ideale Voraussetzungen für ein unterirdisches Observatorium. Es geht dabei um eine Granitformation im Städtedreieck Bautzen-Hoyerswerda-Kamenz. Das Gebiet zählt zu den seismologisch ruhigsten Regionen Europas.
„Wenn es gelingt, das Einstein-Teleskop in die Lausitz zu holen, würde damit die erste Großforschungsinfrastruktur von europäischer Bedeutung mit weltweiter Strahlkraft im Herzen Europas angesiedelt“, sagte Sachsens Wissenschaftsminister Sebastian Gemkow.
Auch die Euregion Maas-Rhein mit Belgien, den Niederlanden und Nordrhein-Westfalen sowie Sardinen sind Kandidaten für das Einstein-Teleskop. Die Auswahl wird auf europäischer Ebene fallen. Ministerpräsident Michael Kretschmer plädierte für ein wissenschaftsgeleitetes Verfahren, um den besten Standort und um das beste Konzept zu finden. „Es wird dieses Experiment nur einmal auf der Welt geben, weil es so teuer ist.“
