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Sachsen mit vier Szenarien für Corona-Lockerungen

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Sachsen will mit vier möglichen Ausstiegsszenarien die Corona-Vorgaben lockern. Details sollen aber erst am Mittwochabend nach der Telefonkonferenz der Ministerpräsidenten mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und einer anschließenden Sitzung des sächsischen Kabinettes mitgeteilt werden. Sachsen strebe bei der Telefonkonferenz ein einheitliches Vorgehen der Länder an, sagte Gesundheitsministerin Petra Köpping (SPD) am Dienstag in Dresden. Viele Empfehlungen der Wissenschaftsakademie Leopoldina seien auch im sächsischen Plan enthalten. Nicht alles werde auf einmal möglich sein, sagte Köpping und drückte die Vorgehensweise so aus: „Schritt für Schritt“. Innenminister Roland Wöller warnte vor voreiligen Schritten. Es dürfe gerade bei Kitas und Schulen nicht zu Schnellschüssen kommen. Es sei wichtig, weiter vorsichtig und restriktiv zu bleibe

Bis Dienstag haben sich 3915 Menschen im Freistaat nachweislich mit dem Coronavirus infiziert. Binnen eines Tages stieg die Zahl der positiv Getesteten um 113, teilte das Gesundheitsministerium in Dresden mit. Inzwischen sind 74 Covid-19-Patienten gestorben (Vortag: 69). Etwa 2030 der positiv getesteten Menschen seien inzwischen wieder gesund, hieß es. Die Statistik war am frühen Nachmittag noch nicht komplett, da drei Gesundheitsämter ihre Zahlen noch nicht gemeldet hatten.

Sorge bereitet weiter die Situation in Pflegeheimen. Mittlerweile sind 41 Einrichtungen betroffen. Bei 189 Pfleger und 234 Bewohnern habe man eine Infektion festgestellt. Auch in insgesamt 34 Krankenhäusern wurden 35 Ärzte und 76 Pflegekräfte positiv getestet, sagte Köpping . Einen Notstand an Krankenbetten in Sachsen gibt es nicht. Köpping zufolge verfügt der Freistaat über 23 680 Betten. Davon würden 10 468 Betten für Corona-Fälle frei gehalten, 412 seien derzeit mit Covid-19-Patienten belegt, 77 Patienten befänden sich auf einer Intensivstation.

Der Zustand eines italienischen Covid-19-Patienten in Leipzig hat sich über Ostern weiter verschlechtert. Der Mann war im Herzzentrum Leipzig schon vor anderthalb Wochen an eine sogenannte künstliche Lunge angeschlossen worden, was für die Ärzte die letzte Behandlungsmöglichkeit ist. Wegen des sehr schlechten Verlaufes seit Freitag sei seine Lebenserwartung nun noch mal rapide gesunken, sagte Kliniksprecher Stefan Möslein am Dienstag. Es handele sich um einen relativ jungen Patienten unter 40 Jahren ohne Vorerkrankungen.