• Sachsens Sozialministerin Petra Köpping stellte am Donnerstagmittag die neue Corona-Verordnung für Sachsen vor

Sachsen weitet Maskenpflicht aus

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Sachsen führt im Kampf gegen steigende Infektionszahlen strengere Corona-Regeln ein. Dazu greift ab Samstag um 0.00 Uhr eine neue Corona-Schutzverordnung, teilte Gesundheitsministerin Petra Köpping am Donnerstag in Dresden mit. In einem Zweistufenplan gelten dann unter anderem Beschränkungen für private Feiern, Großveranstaltungen sowie Sperrstunden für die Gastronomie - abhängig von den regionalen Corona-Zahlen. «Die Infektionslage in Sachsen ist ernst, die Zahlen steigen deutlich», so die Ministerin.

Der Freistaat schaffe mit der neuen Verordnung einen Rahmen, die Kreise könnten aber auch durchaus strengere Regeln einführen. Die neue Verordnung soll bis zum 25. Januar gelten. Sie kann laut Gesundheitsministerium aber jederzeit angepasst werden. Das sind die wichtigsten neuen Regeln ab Samstag:

MASKENPFLICHT: Die Maskenpflicht wird mit der neuen Verordnung ausgeweitet. Sie soll ab Samstag auch für öffentliche Räume gelten, in denen der Mindestabstand von 1,5 Metern nicht einzuhalten ist und die Zahl der Neuinfektionen bei mehr als 35 pro 100 000 Einwohner binnen sieben Tagen liegt. Welche Orte das sind, sollen die Landkreise selbst festlegen. Steigt der Inzidenzwert auf 50, müssen die Kommunen das Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung auch in öffentlich ‎zugänglichen Räumen anordnen. Neu ist, dass in Krankenhäusern, Tageskliniken sowie Arzt- und ‎Zahnarztpraxen generell Alltagsmasken getragen werden müssen. Eine Maskenpflicht gilt auch wieder in Schulen - aber nicht im Unterricht.

SPERRSTUNDE: Schank und Speisewirtschaften in Sachsen müssen zwischen 23.00 und 5.00 Uhr schließen, sind es mehr als 50 Neuinfektionen binnen sieben Tagen, gilt die Regel schon ab 22 Uhr. Auch der Verkauf von Alkohol ist in dieser Zeit untersagt. In Berlin allerdings ist die Sperrstunde vorerst gekippt. Zudem müssen Gastronomen, Hotels und Pensionen die Kontaktdaten ihrer Gäste aufnehmen.

FAMILIENFEIERN: Gibt es mehr als 35 Fälle pro 100 000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen, gilt: Private Feiern sind nur mit bis zu 25 Personen erlaubt, ab einer Inzidenz von 50 sind es sogar nur noch zehn Personen. Köpping machte gerade die privaten Feiern mit Freunden und Familie als Infektionsherd aus. In ländlichen Regionen seien die Corona-Zahlen durch viele Zusammenkünfte und eine enge Dorfgemeinschaft oft höher als in den Städten. «Was eigentlich positiv ist, kann in dieser Situation zum Problem werden.» Sie appellierte daher an die Eigenverantwortung der Bürger.

VERANSTALTUNGEN: Im Rahmen der ersten Stufe sind bei Veranstaltungen im Außenbereich 250 ‎Personen zugelassen, im Innenbereich 150 Menschen. ‎Ausnahmen sind mit einem genehmigten Hygienekonzept ‎möglich. Ab einem Inzidenzwert von 50 dürfen Veranstaltungen nur noch mit höchstens 100 Teilnehmern ‎stattfinden, Ausnahmen kann das Gesundheitsamt erlauben.