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Sächsischer Stahlgipfel verabschiedet Positionspapier

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Die sächsische Stahlbranche hat ihre Forderung nach einem zeitlich befristeten Brückenstrompreis bekräftigt. Uwe Reinecke, Direktor derElbe-Stahlwerke Feralpi GmbH Riesa, nannte vier bis sechs Cent pro Kilowattstunde.  Die Unternehmen hätten weiterhin deutlich höhere Energiekosten im Vergleich zu internationalen Wettbewerbern, sagte er uns nach dem Sächsischen Stahlgipfel in Dresden. Dazu hatten  heute Wirtschaftsminister Dulig und Energieminister Günther eingeladen.  Zu den großen Stahlproduzenten in Sachsen gehören neben Feralpi Riesa auch die Schmiedewerke Gröditz und die Edelstahlwerke Freital.

Die Teilnehmer verabschiedeten ein Positionspapier. Es enthält folgende Punkte:

* Sachsen bekennt sich zu seinen energieintensiven Branchen, die am Beginn von zahlreichen Wertschöpfungsketten und -netzen stehen.

* Die sofortige Einführung eines Brückenstrompreises durch die Bundesregierung zur gezielten Entlastung der stromintensiven Grundstoff- und Stahlindustrie und damit zur Wahrung der internationalen Wettbewerbsfähigkeit, bis ausreichend erneuerbare Energien für einen günstigen Strompreis für alle zur Verfügung stehen – oder ein adäquates Instrument.

* Die sächsische Stahlindustrie benötigt einen schnellen und unbürokratischen Ausbau der erneuerbaren Energien sowie den fokussierten Aufbau der Wasserstoffnetze.

* Sachsen fordert einen breiten Zugang zu Energie aus erneuerbaren Quellen zu international wettbewerbsfähigen Preisen.

* Förderprogramme zur Dekarbonisierung bedürfen einer einfachen Ausgestaltung.

* Die Verfügbarkeit von hochwertigem Schrott hat eine zentrale Bedeutung für die Transformation der Stahlindustrie.

* Die EU-Kommission muss die Stahlindustrie als Ermöglicher von Netto-Null-Technologien insbesondere hinsichtlich beschleunigter Genehmigungsverfahren im Rahmen des Net-Zero Industry Act angemessen berücksichtigen.

* Klimaschützende Leitmärkte auf Basis des CO2-Fußabdrucks mit einheitlichen Zertifizierungssystemen und der Schutz vor Carbon-Leakage bilden die Grundlage für Investitionen und Planungssicherheit.

* Die Sicherung von Fachkräften und von Qualifikationsangeboten sowie die Integration ausländischer Fachkräfte schaffen zukunftsfähige wirtschaftsstarke Unternehmen.

* Attraktive Arbeitsbedingungen zeichnen sich durch aktive Beteiligung der Belegschaften, der Mitbestimmungsgremien sowie durch die Geltung von Tarifverträgen aus.

Audio:

Knut-Michael Kunoth im Gespräch mit Uwe Reinecke, Direktor der Elbe-Stahlwerke Feralpi GmbH Riesa