Schadensermittlung nach Einsturz des „Deutschen Hauses“ in Krauschwitz
Nach dem Einsturz des „Deutschen Hauses“ in Krauschwitz erwägt die Gemeinde rechtliche Schritte gegen den Eigentümer. Außerdem werde derzit gemeinsam mit dem Landratsamt geprüft, ob ein Teil des unter Denkmalschutz stehenden Gebäudes abgerissen werden könne, sagte Bürgermeister Rüdiger Mönch unserem Sender. Gestern Nachmittag war der hintere Teil der einst beliebten Gaststätte eingestürzt. Rund 200 Quadratmeter Dachfläche über dem Saal fielen zusammen. Es sei ein Wunder, dass niemand verletzt wurde, so der Bürgermeister. Die beiden Nachbarn hätten die Wand auf sich zukommen sehen und sich gerade noch rechtzeitig in Sicherheit bringen können. „Der Mann hatte gesehen, wie der Mörtel aus den Fugen rieselte. Er rief seine Frau. In diesem Moment stürzte der Saal der ehemaligen Gaststätte ein“, schilderte Mönch unserem Sender.Bis in die frühen Morgenstunden waren Technisches Hilfswerk und Feuerwehr im Einsatz, um den vorderen Teil des Gebäudes zu sichern. Die Fassade zur B 115 wurde mit einem massiven Holzgerüst abgestürzt. Am Morgen war die Bundesstraße wieder passierbar, allerdings nur eine Fahrbahn. Bürgermeister Mönch hat inzwischen Kontakt zum Eigentümer aufgenommen, einem Immobilienmakler aus Polen, der das „Deutsche Haus“ 2008 gekauft hatte. Die Versicherung werde alles regeln, habe ihm der Besitzer am Telefon versprochen. Und er wolle sich im nächsten Jahr in Krauschwitz sehen lassen. Die Gemeinde hatte ihn in den vergangenen Jahren mehrmals aufgefordert, etwas gegen den fortschreitenden Verfall des Gebäudes zu tun. Nun will die Gemeinde massiv Druck aufbauen. Geprüft wird, ob der Eigentümer seine Aufsichtspflicht verletzt hat. Nach einer ersten Schätzung des Bürgermeisters bewegt sich der Schaden im höheren fünfstelligen Bereich. Durch den Einsturz war die Fassade eines benachbarten Wohnhauses beschädigt worden. Trümmerteile durchschlugen außerdem eine Garage. Das darin abgestellte Auto wurde total beschädigt.