Leipziger kommt im Kleid zu Prozess nach Görlitz
Er kam in Handschellen, barfuß und im schwarzen Kleid. Das Landgericht Görlitz hat gestern einen Schleuser zu viereinhalb Jahren Gefängnis verurteilt. Der aus Leipzig stammende Architekt hatte insgesamt rund 150 Migranten von der Slowakei über Polen nach Deutschland eingeschmuggelt. „Unter unmenschlichen und erniedrigenden Bedingungen“, so Richter Uwe Böcker. Die Flüchtlinge waren in Kleintransportern zusammengepfercht. „Sie mussten stundenlang auf der Ladefläche hocken und in leere Flaschen urinieren.“ Er habe die Menschen wie Vieh- und Stückgut transportiert.
Seine Geschäfte liefen schlecht. Der Architekt hatte 60.000 Euro Schulden, lebte auf der Straße oder in seinem Kleinbus. Da wechselte er das Metier. In Ungarn flog er auf, saß dort ein Jahr im Knast, danach machte er weiter, gemeinsam mit zwei Syrern: der eine mietete die Schleuserautos an, der andere gab die Standortdaten durch. Den Schleuserlohn bekam der Architekt auf die Hand: 10.000 Euro. Für sein „zweites Business“ zog sich der 50-Jährige Frauenkleider an. Darin fühle er sich einfach wohler, gestand er.
Für die Zukunft hat der Architekt schon Pläne. Er will nach Afrika. Auf einer Dating-Plattform hatte der Leipziger vier Frauen aus Uganda kennengelernt. Zu ihnen will er ziehen, für jede und für sich selbst ein Haus bauen, wenn er wieder frei sei, hatte er zu Prozessbeginn Anfang März verraten.