Schleuserprozess in Görlitz - nur einer wills gewesen sein
Zwei mutmaßliche Schleuser müssen sich zur Stunde in Görlitz vor Gericht verantworten. Die beiden in Hamburg und Berlin lebenden Syrer sollen sechs Migranten über die polnische Grenze nach Deutschland gebracht und sich auf der A 4 mit der Polizei eine Verfolgungsjagd geliefert haben.
Der 20-jährige Angeklagte gestand, den Iraker und die fünf Syrer in Bratislava (Pressburg) aufgenommen zu haben. In Polen – angeblich kurz hinter der slowakischen Grenze - stieß das Schleuserauto gegen ein haltendes Fahrzeug. Die Insassen sprangen heraus und versteckten sich im Wald. Später kam der 30-jährige Angeklagte mit seinem Auto, das er angeblich nur verkaufen wollte.
Alle stiegen in seinen Wagen. Bei einem Tankstopp vor der deutschen Grenze setzte sich der jüngere Angeklagte ans Steuer und fuhr weiter auf die A4. Kurz vor dem Tunnel „Königshainer Berge“ wurden beide Männer und die illegal eingereisten Migranten festgenommen. Der ältere, einbeinige Angeklagte behauptete, dass er nur deshalb nach Polen gefahren sei, weil er seinem Auto vor dem angeblichen Verkauf einem Prüfer vorstellen sollte. Dafür sei er von Berlin gekommen. Der Käufer wollte ihm 3.500 Euro zahlen. Mit der Schleusung habe er nichts zu tun. Und auf der Rückfahrt habe er auf dem Beifahersitz gesessen.