Schloss Senftenberg: Panzerfäuste und Granaten gefunden
Archäologen haben in auf dem Gelände von Schloss Senftenberg einen brisanten Fund gemacht. Bei Sondierungsgrabungen sind sie auf Waffen und Munition aus den beiden Weltkriegen gestoßen, so die Landkreisverwaltung. Es handelt sich um eine Panzerfaust, Granaten sowie historische Säbel und Dolche. Auch rund 100 Gewehre kamen bei weiteren Untersuchungen zum Vorschein. Der Kampfmittelbeseitigungsdienst geht davon aus, dass die Waffen zur damaligen Zeit schnell entsorgt werden sollten und nicht zur Verwendung versteckt wurden.
Schloss Senftenberg diente während des Zweiten Weltkriegs als Militärunterkunft. Das Schloss, welches zum Ende des Krieges nur noch durch einzelne Kämpfer der Hitlerjugend und des Volkssturms besetzt war, sei kampflos der sowjetischen Armee übergeben worden, teilte der Landkreis mit. Ob sich die deutschen Kämpfer aus Angst vor Sanktionen der Waffen entledigten oder die Rote Armee diese entsorgte, sei noch nicht abschließend beantwortet.
Außerdem wurden von den Experten weitere historische Schätze gefunden. So konnten die Archäologen neben Keramiken, Töpfen, Uniformteilen und einem Steigbügel auch einen kunstvollen, dreiarmigen Kronenleuchter bergen. Alle Stücke wurden dem musealen Depot des Landkreises Oberspreewald-Lausitz übergeben.
In den nächsten Tagen sollen die Grabungen des Kampfmittelbeseitigungsdienstes fortgesetzt werden. Die Sondierungsarbeiten müssen für zwei Wochen unterbrochen werden. Die historischen Kampfwaffen wurden von den Archäologen in Verwahrung genommen.
Für den Landkreis ist der Fund „überraschend“ und in einem „unerwartetem“ Umfang, zumal bereits Untersuchungen auf dem Gelände stattgefunden hätten, wie Sprecherin Nora Bielitz berichtete. Die Kampfmittelspezialisten werden ihren Angaben zufolge dort auch am Donnerstag weiter nach Waffen suchen. (mit dpa)