„Schnapsidee“ beim Feierabendbier - Motorendiebe in Bautzen verurteilt
„Aus unseren Betrieben ist noch viel mehr rauszuholen!“. Honeckers Losung hatte damals manch einer wörtlich genommen. Und auch heute hat sie noch nicht ganz an Aktualität eingebüßt. Zwei Männer deckten sich mit zwölf Elektrogetriebemotoren ein, die für die Firma Trumpf Sachsen (Neukirch/Lausitz) bestimmt waren.
Sie hatten keine Not, brauchten kein Geld – und doch machten sie lange Finger. Die Schnapsidee kam ihnen beim Feierabendbier, gestanden sie gestern in der Verhandlung vor dem Amtsgericht Bautzen. Der Trumpf-Arbeiter und sein Kumpel heuerten einen Dritten mit einem Lkw an. Ihm sagten sie, dass es um eine Fuhre Holz gehe. Die Motoren im Wert von 25.000 Euro karrten sie aus einer Lagerhalle in Bischofswerda zu einem der Angeklagten nach Hause. Sie wollten das Diebesgut bei ebay verticken, hatten davon schon Fotos gemacht.. Doch dazu kam es nicht. Die Polizei stand vor der Tür. Die Firma erhielt die Motoren zurück, ein drohender Produktionsstopp bei Trumpf wurde abgewendet.
Die beiden Angeklagte – 23 und 32 Jahre alt - wurden zu je zehn Monaten auf Bewährung verurteilt, außerdem zu Geldauflagen. Die Strafe fiel deshalb so mild aus, weil sie ein Geständnis ablegten und nicht vorbestraft sind „Sie haben glaubhaft die Tat bereut“, so Amtsrichter Dirk Hertle. Das Urteil wird in einer Woche rechtskräftig.