Vier Klassenzimmer fehlen - Schulerweiterungsbau in Kamenz ist zu klein
Im Kamenzer Stadtrat steht heute u.a. der Schulnetzplan auf dem Programm. Die Verwaltung hat eine Stellungnahme formuliert. Sie birgt Zündstoff und könnte unangenehm für die Kreisverwaltung sein.
Es geht um den Erweiterungsbau für das Kamenzer Lessinggymnasium an der Henselstraße. Das Gebäude wurde offenbar zu klein konzipiert. Die Kapazitäten seien nicht ausreichend, heißt es in der Stellungnahme der Stadt zur Schulnetzplanung des Landkreises. Die Schülerzahlen hätten sich deutlich positiver entwickelt. Die Abweichungen zum prognostizierten Trend lägen bei rund vier Prozent. Kamenz sieht sich als attraktiver Wohnort im Speckgürtel von Dresden mit größeren Unternehmen, wie z.B. dem Batterienhersteller Accumotive. Die Stadt rechnet mit Zuzug von Familien und damit auch mit höheren Schülerzahlen.
Der Erweiterungsbau – er hat inzwischen Gestalt angenommen - soll mit Beginn des Schuljahres 2022/ 2023 in Betrieb gehen. Oberbürgermeister Roland Dantz hatte nach eigenen Angaben schon 2018 darauf hingewiesen, dass eine Dreieinhalb-Zügigkeit nicht ausreichen werde. Er empfahl damals, mindestens vier Züge einzuplanen.
Vize-Landrat Udo Witschas hat uns Kapazitätsprobleme bestätigt. „Nach aktuellem Kenntnisstand wird es bis 2029/ 2030 einen Mehrbedarf von vier Klassenzimmern geben, der bislang nicht abgedeckt werden kann.“ Der Anstieg der Schülerzahlen sei aber nicht absehbar gewesen. Die Vorbereitungen für den Schulstandort an der Henselstraße stützten sich auf den damals geltenden Schulentwicklungsplan von 2012. „Ein drei- bzw. dreieinhalbzügiges Gymnasium war Bestandteil der Rahmenverträge von 2016“, so Witschas. Danach richtete sich der Bauverlauf.
Die zusätzlichen Kapazitäten sollen kurzfristig geschaffen werden, versprach Witschas. Wie, das ließ er offen, um – wie er sagte - „Spekulationen nicht Luft und Raum zu geben“. Es soll zunächst „Übergangsmöglichkeiten“ geben. Ob das Unterrichtscontainer sein werden, dazu äußerte sich Witschas nicht.