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Sogenannter Reichsdeutscher fordert Görlitzer Richter heraus

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Ein sogenannter Reichs­deut­scher muss sich seit heute vor dem Landge­richt Görlitz verant­worten. Der Fuhrun­ter­nehmer aus Malschwitz bei Bautzen soll Geld unter­schlagen und Beiträge an Kranken­kassen nicht gezahlt haben. Ihm wird außerdem Bankrott vorge­worfen. Der Angeklagte wurde durch Polizisten vorge­führt, nachdem er am Morgen zur Verhand­lung nicht erschienen war. Er verwei­gerte die Aussage. Statt­dessen fragte er den Richter, wer er denn überhaupt sei und ob er legiti­miert sei für das Amt des Richters. Als der Staats­an­walt die Anklage verlas, starrte der 64-jährige in die Luft und blieb – auf eine Krücke gestützt – stehen.

Der Angeklagte hatte Fahrzeuge geleast, die Raten dafür aber nicht bezahlt – so ein Vorwurf. Die Staats­an­walt­schaft schätzt, dass der Schaden im sechs­stel­ligen Bereich liegt. 2013 ging das Fuhrun­ter­nehmen Pleite. Laufende Einnahmen soll der Spedi­ti­ons­chef auf das Konto einer Minder­jäh­rigen umgeleitet haben und auf ein Konto in Polen. Laut Anklage behielt er mehrere Fahrzeuge ein, obwohl ihn der Insol­venz­ver­walter ausdrück­lich zur Heraus­gabe aufge­for­dert hatte.

Im April 2013 durch­suchten mehr als 40 Polizisten und Beamte des Bundes­amtes für Güter­ver­kehr das Anwesen des Fuhrun­ter­neh­mers in Malschwitz. Er hatte 50.000 Euro Mautschulden. Beschlag­nahmt wurden neben Geschäfts­un­ter­lagen auch Phanta­sie­do­ku­mente des Deutschen Reiches und Dienst­aus­weise des sogenannten Deutschen Polizei Hilfs­werkes – einer Verei­ni­gung, gegen die bereits staats­an­walt­schaft­liche Ermitt­lungen liefen.

Zur Verhand­lung am Landge­richt Görlitz wurden Sympa­thi­santen aus der sogenannten Reichs­deut­schen-Szene erwartet. Der Richter ordnete deshalb verschärfte Einlass­kon­trollen an. Doch die Fans blieben aus. Der Verhand­lung wird am 14. September fortge­setzt.