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„Sondieren, bewerten, vorlegen“ - noch immer kein grünes Licht für Görlitzer Kaufhausbesitzer

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Neulich habe ich den Spruch gehört: Wenn man für die Schöpfung des Universums einen Arbeitskreis eingesetzt hätte, dann wäre es heute noch nicht fertig. Ja, manches dauert eben länger. Lange schon wartet Winfried Stöcker auf Bescheid vom Amt. Der 77-Jährige  will es nämlich noch erleben, dass sein Kaufhaus in Görlitz wieder öffnet: schöner und größer. Wo klemmt es denn bei der „Schöpfung“, also im Antragsverfahren?

Zwar mahlen die Mühlen der Bürokratie, aber langsam. Das Amt für Stadtentwicklung hat nun Unterlagen für einen Vorbescheid erhalten. Damit sollen vor allem „denkmalbezogene Fragen“ behandelt werden, sagte uns  Amtsleiter Hartmut Wilke  „Wir sondieren und bewerten die Unterlagen. Mit den Ergebnissen wenden wir uns an das Landesamt für Denkmalpflege, um Einvernehmen zu erzielen. Das Resultat wird dazu führen, dass wir am Bebauungsplan für das Gesamtprojekt von Kaufhaus, Citiy-Center-Frauentor und Parkhaus weiterarbeiten“.

Der aus der Oberlausitz stammende Stöcker hatte 2013 das Görlitzer Kaufhaus erworben. Der Unternehmer ist 77 Jahre alt. Er hatte uns in einem Interview Anfang im Januar gesagt, dass im Laufe dieses Jahres alle noch bestehenden Fragen  geklärt werden. „Dann werden wir mit allem durch sein und anfangen können.“ Oberbürgermeister Octavian Ursu habe ihm zugesichert, dass er ihm  – so wörtlich – „die ganze Bürokratie abnehmen möchte“. Welche Fragen noch offen sind, dazu äußerte sich Stöcker nicht. Vor sieben Jahren hatte der aus der Oberlausitz stammende Unternehmer einer großen Medizinfirma mit seinem Team begonnen, das Kaufhausprojekt auf den Weg zu bringen.

Für das große Parkhaus am Kaufhaus braucht er Platz. Dafür sollen zwei baufällige, leerstehende Häuser weg. Sie stehen am „City Center Frauentor“, das künftig „Marktzentrum“ heißen soll.  Nach langem Tauziehen mit dem Denkmalschutz hatte Stöcker von der Landesdirektion Sachsen die Genehmigung erhalten – verbunden mit der Auflage, dass er das Kaufhaus denkmalgerecht saniert. Vor dem Abriss müsse der Investor alle Genehmigungen dafür vorlegen sowie den bestätigten Plan zum Kaufhausumbau, so die von der Landesdirektion formulierten Bedingungen. Seitdem sind zweieinhalb Jahre vergangen.

Das Görlitzer Kaufhaus am Demianiplatz wurde vor mehr als zehn Jahren geschlossen. Der Jugendstilbau gilt als einer schönsten Kaufhausbauten in Deutschland.

 

Audio:

Knut-Michael Kunoth im Gespräch mit Hartmut Wilke, Leiter Amt für Stadtentwicklung Görlitz
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