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Sorbisches Parlament will sofortigen Kohle-Stopp

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Das Sorbische Parlament „Serbski Sejm“ hat einen sofortigen Kohleabbau-Stopp in der Lausitz gefordert und damit auch den Verzicht auf das Abbaggern der Ortschaft Mühlrose.  Man wolle aber nicht, dass die Zerstörung der Lausitz erst 2038 mit dem geplanten Kohleausstieg aufhört. Mühlrose sei  das Symbol für den Erhalt der letzten typisch sorbischen Dörfer, so die Alterspräsidentin des Parlaments, Edith Penk.  Penk zufolge sind dem Braunkohletagebau bisher schon 140 Dörfer und Ortsteile zum Opfer gefallen. In Mühlrose leben derzeit noch knapp 200 Menschen. Schätzungen zufolge wollen 40 Prozent der Einwohner gern in ihrem Heimatdorf bleiben und nicht umgesiedelt werden.

Umweltverbände sowie Linke und Grüne unterstützen die Forderung des Sorbischen Parlaments. Nach Ansicht des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland ist kein weiterer Tagebau nötig, um das Kraftwerk Boxberg zu beliefern.

Im März war der Umsiedlungsvertrag für die rund 200 Mühlroser besiegelt worden. Dafür gab es von vielen Einwohnern Applaus. Eine große Mehrheit hatte sich zuvor für die neue Heimat in Schleife ausgesprochen. Unter dem Ort lagern 150 Millionen Tonnen Braunkohle. Mit der Förderung soll 2030 begonnen werden.