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Stadt Kamenz schließt Kita „Am Hasenberg“

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Kamenzer Eltern sind geschockt. Die Kita „Am Hasenberg“ in Wiesa wurde zu Wochenbeginn von der Stadt überraschend geschlossen. Das sagte uns Elternsprecherin Patricia Teske. Grund dafür seien Risse in den Hauswänden, schilderte die betroffene Mutter. Diese hätten sich laut Stadt überraschend ausgeweitet. Deshalb müsse die Einrichtung sofort geschlossen werden.

„Noch am Montagvormittag haben wir die Kinder ganz normal in der Kita abgegeben. Am Nachmittag durften wir dann nur noch durch den Hintereingang ins Haus.“, erklärt Teske. Durch bereits vorbereitete Aushänge wurde im Gebäude durch die Stadt über den Schaden informiert. 

Alle 21 Kinder werden nun in der Kita „Sonnenschein“ untergebracht - in einem Mehrzweckraum. „Das ist für uns so nicht tragbar. Die Kinder waren fast nicht in den Kindergarten hinein zu bekommen.“, meint Teske. Einige hätten geweint, andere komplett verweigert. Aktuell werden die Mädchen und Jungen auf engem Raum betreut. Damit würde auch die Turnhalle und verschiedene Kurse komplett blockiert.

Die Schließung der Kita „Am Hasenberg“ war bereits länger geplant. Ursprünglich sollte der Betrieb Ende Juli eingestellt werden, sieht ein Konzept vor, dass dem Stadtrat vorliegt. Darüber wurden die Eltern im Februar informiert. Die Eltern fordern nun Klarheit von der Stadt und eine Erklärung für die neuen Entwicklungen - möglichst im Eilverfahren. Auch das bereits vorgestellte Konzept müsse noch einmal überdacht werden. Die Eltern wollen so die Schließung der Kita verhindern und durch eine erneute Sanierung einen Weiterbetrieb sicherstellen. 

 

Update 06.03.2024 um 12:15 Uhr:

Auf unsere Nachfrage verweist die Stadtverwaltung auf ein laufendes Verfahren. Der Stadtrat habe bereits eine Prüfung veranlasst, der die Analyse der Kita-Kosten zur Betreibung sowie Handlungsmöglichkeiten und -alternativen einschließt, heißt es aus dem Rathaus. „Er steht vor der Frage zu entscheiden, ob er die Einrichtung weiterbetreiben möchte oder einen anderen Weg geht. Sofern sich der Stadtrat mehrheitlich für den Weiterbetrieb der Kita ausspricht, dann ist es wichtig zu wissen, welche Folgen diese Entscheidung hat. Dabei geht es sowohl um das Aufzeigen der Vor- als auch der Nachteile.“, erklärt Stadtsprecher Thomas Käppler. Die Ansicht, dass der Stadtrat bereits eine Entscheidung zur Schließung der Kita getroffen habe, weist die Stadtverwaltung zurück. 

Auch zur Unterbringung der Kinder in einem Mehrzweckraum der Kita „Sonnenschein“ wurde in der Mitteilung Stellung bezogen. Bei der zunächst gefundenen Lösung handelt es sich demnach um ein Provisorium, das aber gewährleiste, dass die Kindergartenkinder der Kita „Hasenberg“ zusammenbleiben können. „Das ein Ortswechsel für Kinder keine ganz leichte Sache ist, ist nachvollziehbar. Aber, so stellt sich die Frage: Hätte man angesichts der neu eingetretenen Lage, Gefährdungssituationen für die Kinder und das Personal in Kauf nehmen sollen. Mit Sicherheit wäre dies – und kann es nicht sein – im Sinne der Eltern gewesen.“, erklärt Käppler weiter. 

Oberbürgermeister Roland Dantz wandte sich heute mit einem Schreiben an die Eltern. Darin schildert das Stadtoberhaupt ausführlich die neu eingetretene Situation und versichert der Elternschaft ihre Mitwirkung bei der Lösungsfindung. Gleichzeitig werden die Betroffenen zur nächsten Sitzung des Kultur- und Sozialausschusses am 14. März eingeladen.