• Zug der Städtebahn an einem Tunnel in Kamenz (Archivfoto: Redaktion)

    Zug der Städtebahn an einem Tunnel in Kamenz (Archivfoto: Redaktion)

  • Dieser Zettel klebte an der Tür der Städtebahn Sachsen GmbH im World Trade Center Foto: Redaktion/FM

    Dieser Zettel klebte an der Tür der Städtebahn Sachsen GmbH im World Trade Center Foto: Redaktion/FM

Städtebahn auf unbestimmte Zeit eingestellt - Busnotverkehr eingerichtet

Zuletzt aktualisiert:

UPDATE 18:00 Uhr
VVO hat einen Ersatzverkehr für die Ausfälle der Sächsischen Städtebahn organisiert.

Auf der Strecke Dresden – Königsbrück fahren am Freitag sowie am Wochenende die Busse im Stundentakt zwischen Königsbrück und Dresden – Klotzsche. Dort haben die Fahrgäste Anschluss an die S-Bahn zum Hauptbahnhof.

Als Ersatz für die Bahnlinie Kamenz – Dresden rollen die Busse am Freitag und am Wochenende stündlich zwischen der Lessingstadt und Radeberg. Dort besteht Anschluss von und nach Dresden. Als Ersatz für die Züge der Städtebahn halten die Express-Züge des trilex zusätzlich in Langebrück und Dresden-Industriegelände.

Auf der RB 71 (Sebnitz – Pirna) fahren die Busse im Stundentakt, am Wochenende 27./28. Juli im Zwei-Stunden-Takt. Im Müglitztal (RB 72) bestehen ebenfalls stündliche Angebote, hier werden zum Teil die regulären Linienbusse mit eingebunden. Am Wochenende fahren die Ersatzbusse ebenfalls im Zwei-Stunden-Takt.      

Fahrgäste können sich über Fahrtalternativen unter www.vvo-online.de informieren. In der Fahrplanauskunft kann unter „Erweiterte Optionen“ der „Zug“ abgewählt werden. Zusätzlich informiert die VVO-InfoHotline unter 0351 / 852 65 55.


Update 12:00 Uhr

Die Städtebahn Sachsen hat den Zugverkehr komplett eingestellt. Betroffen sind laut Website des Unternehmens alle Linien: Dresden-Königsbrück, Dresden-Kamenz, Pirna-Neustadt/Sa.-Sebnitz und die Verbindungen zwischen Dresden und Altenberg. Reisende sollten sich bei der VVO-Hotline 0351/ 852 65 55 über Fahrt-Alternativen informieren. Grund für die Einstellung des Betriebes ist der schlechte Zustand der  von der DB Netz AG zur Verfügung gestellten Trassen, die laut Städtebahn ein Sicherheitsrisiko darstellen, da es immer wieder zu Zugkollissionen kommt, weil Bäume auf die Gleise fallen. Bis zur endgültigen Klärung sollen die Züge in den Bahnhöfen bleiben. Ob und wann der Bahnbetrieb wieder aufgenommen wird, steht noch nicht fest. Bei der Städtebahn war am Donnerstagmorgen noch niemand für ein Statement zu erreichen.

Es gibt aber eine Pressemitteilung:

Dresden, 25.07.2019 

Presseerklärung der Städtebahn Sachsen GmbH 

Leider muss die Städtebahn Sachsen GmbH mitteilen, dass die Städtebahn ihren gesamten operativen Betrieb in der Nachtpause vom 24.07.2019 auf den 25.07.2019 eingestellt hat

Ursächlich hierfür sind verschiedene externe Faktoren, die überblicksartig wie folgt zusammengefasst werden können: 

Die seitens der DB Netz AG zur Verfügung gestellten Trassen, auf denen die Städtebahn Sachsen GmbH den Personennahverkehr im ländlichen Umkreis von Dresden für den WO im Dieselnetz durchführt, befinden sich in einem schlechten Pflegezustand, insbesondere was die dortige Vegetation betrifft - obwohl seitens der Städtebahn jährlich Millionenbeträge für die Nutzung der Trassen bezahlt werden. 

Es kam hier sehr häufig und wiederkehrend zu massiven Vegetationsschäden und damit zu Zugkollisionen, die sowohl für das Anlagevermögen, als auch für die Fahrgäste eine nicht unerhebliche Gefährdung darstellen. Trotz jahrelanger Bemühungen seitens der Städtebahn Sachsen GmbH wurde hier seitens der DB Netz AG keine nachhaltige Abhilfe geschaffen. 

Es sind dem Unternehmen seit 2014 hierdurch Schäden in einem siebenstelligen Euro-Bereich entstanden, die in langwierigen und teuren Gerichtsprozessen verfolgt werden müssen und insoweit, die Liquidität der Städtebahn Sachsen GmbH als mittelständisches Eisenbahnunternehmen massiv belastet haben. 

In der Folge dessen gab es Diskussionsthemen zwischen verschiedenen Stakeholdern die nunmehr überraschend Ende der vergangenen Woche in einer rechtlichen Auseinandersetzung gemündet haben. 

Es gibt hier nachhaltige Indizien, dass verschiedene Interessengruppen Absprachen getroffen haben. Die entsprechenden Sachverhalte werden aktuell ermittelt, dokumentiert und aufgearbeitet. 

Ungeachtet dessen wurde intensiv versucht, eine Lösung zu finden, die eine sofortige Betriebseinstellung verhindert hätte. Leider war dies nicht umsetzbar. 

Bis zur Klärung der offenen Rechtsfragen werden daher die Fahrzeuge durch Abstellen innerhalb der Bahnhöfe gesichert, um keine Gefährdung für den übrigen Schienenverkehr darzustellen. Das weitere Vorgehen wird derzeit geprüft. Ob und wann der Verkehrsbetrieb durch die Städtebahn Sachsen GmbH wieder aufgenommen wird, steht derzeit noch nicht fest