In Görlitz sollen Antworten auf weltbewegende Fragen gefunden werden
Wissenschaftler aus aller Welt sollen in Görlitz Antworten auf komplexe Fragen der Energiewende und des Klimawandels finden. Sie werden in einem Casus-Institut forschen. Bundesforschungsministerin Anja Karliczek hat am Nachmittag das Startsignal für den Aufbau gegeben. Sie überreichte den symbolischen Schlüssel an die fünf Institutspartner.
Es sind ganz verschiedene Fragen, auf die Antworten gefunden werden sollen. Zum Beispiel: Wie wirkt sich das Klima auf unsere Umwelt aus? Wie entstehen Planeten? Oder das autonome Fahren. Auch ein weites Feld. Dabei gilt das Motto: Einer für alle, alle für einen. Das heißt: Die Wissenschaftler forschen nicht allein für sich im stillen Kämmerchen, sondern sie betreiben interdisziplinären Forschung.
Sie werden so wie ein Staubsauger die enorme Datenflut aus den einzelnen Wissenschaftsbereichen aufsaugen und mit Hilfe moderner Technologien aufbereiten. Dafür stehen ihnen Hochleistungs-Computer und innovative Software-Methoden zur Verfügung.
Mathematiker, Computer- und Datenwissenschaftler, Systembiologen und Experten für Künstliche Intelligenz werden in Görlitz zusammenarbeiten. Bundesforschungsministerin Anja Karliczek sieht in dem Institut einen Leuchtturm. „Das Institut ist ein Nukleus. Wir schaffen dort Kapazitäten, die in der deutschen Forschungslandschaft gebraucht werden“, sagte sie uns.
Ende dieses Jahres werden die ersten zehn bis 15 Wissenschaftler am Görlitzer Untermarkt einziehen. Im nächsten Jahr sollen weitere Gruppen hinzukommen. Das Domizil am Rathaus ist aber nur eine Zwischenlösung. Derzeit wird nach einem Neubau-Standort gesucht. Sachsens Ministerpräsident kann sich ein Grundstück an der Neiße vorstellen. Dort steht eine Industriebrache, der ehemalige VEB-Kondensatorenbau. Gespräche mit dem Eigentümer wurden aufgenommen.
Bund und Land stellen für den Aufbau des Casus-Instituts insgesamt elf Millionen Euro bereit.
Das Kürzel „Casus“ steht für „Center for Advanced Systems Understanding“, also für „Zentrum für fortgeschrittenes Systemverständnis“.