Start für Umsetzung der Medizin-Strategie in Bautzen
Die Oberlausitz-Kliniken GmbH - OLK - will Spitzenmedizin und Spitzenpflege anbieten. Ziel sei eine bedarfsgerechte, wohnortnahe und qualitativ hochwertige Medizin, sagte Geschäftsführer Jörg Scharfenberg. Er stellte heute die Strategie 2030 für die Kliniken Bautzen und Bischofswerda vor. „Unser Zielbild ist ein sektorübergreifender, integrierter Gesundheitscampus ohne wahrnehmbare Grenzen zwischen stationärer und ambulanter Gesundheitsversorgung.“
Investitionen in Spezialisierung
Die fast 60 Seiten umfassende Strategie beinhaltet eine Spezialisierung auf den Gebieten Darm, Prostata, Kopf-Hals und Kardiologie. Im Oktober wurde ein Mamma-Zentrum zur Behandlung von Brustkrebs eröffnet und eine Geriatrie, also Altersheilkunde.Mit der Strategie sind Investitionen von fast zehn Millionen Euro in moderne Medizintechnik verbunden. Dazu gehören ein Hybrid-OP für das Gefäßzentrum, ein OP-Roboter für die Bauchchirurgie und ein Linksherzkatheter-Messplatz. Förderanträge wurden gestellt. Die OLK kann mit großzügiger Förderung aus dem Strukturmittelfonds für die Lausitz rechnen, den sogenannten Kohlemillionen.
Ambulante OP-Säle in Bischofswerda
Das OLK-Krankenhaus in Bischofswerda soll zu einem ambulanten, sektorübergreifenden OP-Zentrums umgestaltet werden. Geplant sind u.a. drei ambulante OP-Säle. Damit kann das Leistungsspektrum erweitert, also zusätzlich z.B. Augen-OP’s angeboten werden. Der Vorteil: Kapazitäten für große stationäre Operationen werden frei, z.B. in der Endoprothetik. Für Patienten verkürzen sich die Wartezeiten auf eine OP.
Die OLK-Gruppe betreibt neben den Kliniken Bautzen und Bischofswerda auch neun Pflegeheime sowie Medizinische Versorgungszentren im Landkreis Bautzen. Für das kreiseigene Unternehmen sind rund 2.300 Mitarbeiter tätig. Im Jahr werden75.000 Patienten behandelt.
Verstärkung aus Brasilien und China
Um den Fachkräftenachwuchs zu sichern, soll eine eigene Medizinfachschule gegründet und dort künftig 200 Schüler ausgebildet werden. Standort ist Bautzen. Damit verbunden sind Investitionen von 2,5 Millionen Euro. Die Oberlausitz-Kliniken GmbH haben zugleich die Fühler in Brasilien, Usbekistan, China und auf den Philippinen ausgestreckt „Denn wir können aufgrund des demographischen Wandels nicht mehr alle Fachkräfte auf dem heimischen Markt gewinnen“, so der OLK-Chef. Mit einem Krankenhaus in China wurde bereits eine Kooperationsvereinbarung geschlossen.Die Umsetzung der Strategie werde ein anstrengender Prozess, kündigte Scharfenberg an. Er weiß aber: Sein Team stehe hinter der Strategie.
Das Krankenhaus Bautzen ist einer von drei Schwerpunktversorgern in der Oberlausitz.