- 2026 gibt es keine Parade - dafür musikalischen Protest
Statt Parade: Dixieland-Demo mit musikalischem Protest
Die Dixieland-Parade in Dresden musste abgesagt werden - dennoch wird am Sonntag am Terrassenufer gejazzt und gefeiert. Der Förderverein Jazztradition hat kurzerhand eine Versammlung angemeldet - mit musikalischem Protest, zur selben Stunde und am selben Ort, an dem die Parade sonst stattfindet.
Auch alle Bands, die für den Umzug eingeplant waren, werden dabei sein. Das Motto ist deutlich: „Wenn die Behörde pennt, gibt’s kein Dixieland.“ Das richtet sich an die Stadt, die mit hohen Auflagen und viel Bürokratie die Parade verhindert hat.
Klares Statement
Die Ensembles, die am Sonntagnachmittag auf dem Terrassenufer die Versammlung musikalisch unterstützen, waren für die Parade eingeplant. „Dass sie nun nicht durch die Altstadt ziehen, ändert nichts an ihrer Musik. Es ändert den Kontext“, sagt Festivalsprecher Hendrik Meyer. „Sie haben ihre Reisen nicht abgesagt. Auf den Spalier aus Beifall, den die Bands entlang der Paradestrecke erhalten hätten, müssen sie nicht verzichten.“ Der Förderverein Jazztradition Dresden e.V. hat für diese Versammlung Stimmen aus Wirtschaft, Musikerleben und Veranstaltungswirtschaft gewonnen, die in kurzen Statements Stellung nehmen.
Kein Einzelfall
Die Absage der Parade ist kein Einzelfall. Die Dresdner Jazzmeile 2025 musste mit vergleichbaren kurzfristigen Auflagen ihr Format von acht auf vier Bühnen reduzieren. Der IHK-Arbeitskreis Veranstaltungswirtschaft weist seit seiner Gründung 2023 auf strukturelle Defizite in der Genehmigungspraxis und die Übertragung von Terrorschutz samt Kosten und Haftung auf private Veranstalter hin.
