- Links der gerade Pfosten aus Eschenholz, der dann zur Schlittenkufe gebogen wird
- Als Stellmacher biegt Klingner auch Holz für Wagenräder oder eben Schlitten
- Die Werkstatt baut nicht nur Schlitten, sondern repariert auch welche.
- Über diese Holzmodelle (im Hintergrund) wird das Eschenholz gebogen, um die typischen Rundungen für den Hörnerschlitten zu bekommen
- In Krumhermsdorf in der Sächsischen Schweiz steht seit 126 Jahren die Stellmacher-Werkstatt
Hätten Sie's gewusst? So kommen die Hörner in den Schlitten
Die letzten Wintertage mit viel Schnee haben bei Gerd Klingner in Krumhermsdorf (Sächsische Schweiz) nochmal zu Sonderschichten geführt. Denn er ist einer der letzten Holzschlitten-Bauer Sachsens! Als Stellmachermeister bekommt er aus Holz so ziemlich alles gebogen, was heute eher aus Metall und Plastik daher kommt. Klassische Beispiele sind Wagenräder oder auch andere Gestelle (daher die Berufsbezeichnung) für Fahrzeuge, die früher noch aus Holz gefertigt wurden. Der 75jährige führt seine Werkstatt in dritter Generation und auch hat mit dem Enkel auch einen potentiellen Nachfolger.
Zehntausende Schlitten kommen aus dem kleinen Dorf bei Neustadt/Sachsen. „Zu DDR-Zeiten haben wir pro Winter um die 500 Schlitten gefertigt, jetzt sind es noch rund hundert“, erklärt Klingner. Aber wie kommen denn nun die Hörner in den Schlitten?
„Los gehts mit heimischem Eschenholz, das ist schön zäh, aber auch biegsam“, erklärt er. Das wird nach dem Zuschneiden der Holzstücke anderthalb Stunden mit heißem Wasserdampf behandelt, damit es noch weicher und biegsamer wird. „Danach muss es sofort über ein Modell gezogen werden, das die Rundung des Holzes vorgibt“, so Klingner weiter. Und auf dem trocknet das Holz dann ein gutes halbes Jahr, von Frühjahr bis Herbst, aus. In wenigen Wochen beginnt sozusagen schon wieder die Produktion für den Winter 26/27.
Danach werden die Löcher für den Schlittenaufbau in die Kufen gefräst, der Sitz befestigt. Und ganz zum Schluss kommt die Metallschiene unten an die Kufen, damit es wirklich perfekt rutscht. Fertig! Und macht der Meister selbst den ersten Rodeltest? Klingner lacht: „Naja, wir gehen davon aus, dass unsere Schlitten auch so ganz gut funktionieren.“
Je nach Größe kostet ein Schlitten (1 - 3 Personen) vom Stellmachermeister zwischen 90 und 120 Euro – und hält Jahrzehnte. Die nächste Fuhre Holzschlitten geht ab 23. Januar wieder in den Verkauf.




