Stiftung Umgebindehaus kann nur noch wenige Projekte fördern
Die Stiftung Umgebindehaus kann nur noch wenige Projekte fördern. Grund ist die anhaltende Null-Zins-Politik. Mit den Zinserträgen aus dem Stiftungskapital konnten vor zehn Jahren noch bis zu acht Kleinprojekte von Umgebindehaus-Besitzern in der Oberlausitz unterstützt werden. Nun stehen nur noch rund 3.000 Euro zur Verfügung, so Geschäftsstellenleiter Arnd Matthes. Das reiche für lediglich zwei Vorhaben, so z.B. für die Restaurierung einer barocken Haustür.In die Förderung fließen auch Spenden ein. Zum Tag des offenen Umgebindehauses am 26. Mai sind 105 Umgebindehäuser für Besucher geöffnet. Eigentümer beantworten Fragen. An diesem Tag kann auch das älteste noch existierende Umgebindehaus in der Oberlausitz besichtigt werden. Es steht an der Oststraße in Ebersbach-Neugersdorf. Das Gebäude mit dem Reetdach wurde 1603 errichtet. Sein Besitzer hat es saniert. Ein Umgebindehaus in Seifhennersdorf, das gerade restauriert wird, ist am 26. Mai ebenfalls geöffnet. Das Land Sachsen fördert den Erhalt der Umgebindehäuser jährlich mit einer halben Million Euro. Die Stiftung berät Bauherren. Aktuell werden acht Gebäude zum Kauf angeboten.In der Oberlausitz gibt es fast 20.000 Umgebindehäuser. Davon sind rund 6.000 als Denkmal geschützt. 100 Gebäude stehen leer. Die Ursprünge der Volksbauweise reichen bis ins 15. Jahrhundert zurück. Markantes Element ist eine hölzerne Stützkonstruktion, die Obergeschoss und Dach trägt.