Ballon war Ursache für Mega-Stromausfall in Dresden

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Ein mit Metall beschichteter Ballon hat den großflächigen Stromausfall in Dresden und Umgebung verursacht. Das Flugobjekt habe am Montagnachmittag einen Kurzschluss verursacht, teilte der Energieversorger SachsenEnergie mit. Die Reste des verschmorten Ballons wurden von der Kripo im Umspannwerk Dresden Süd sichergestellt.

Polizei schließt auch Anschlag nicht aus

Ob der Ballon gezielt gesteuert oder zufällig dorthin gelangte, wird jetzt untersucht. Die Polizei prüft auch, ob es ein Anschlag gewesen sein könnte. Von dem Stromausfall waren rund 300.000 Haushalte in Dresden und Umgebung betroffen. Ampeln funktionierten nicht, Straßenbahnen standen still. Der Ausfall ereignete sich gegen 14 Uhr und dauerte teilweise nur fünf bis zehn Minuten, vielerorts aber auch deutlich länger. Um 16 Uhr war die Störung komplett behoben.

Stromausfall legt Dresden und das Umland lahm

Am Montagnachmittag hatte SachsenEnergie darüber informiert, dass eine Störung im Hochspannungsnetz die Ursache für den Stromausfall war. Die 110-kV-Anlage des Umspannwerkes Dresden-Süd war zunächst ausgefallen, weshalb es auch Störungen bei den Umspannwerken Alternberg, Ulberndorf, Leupoldishain, Heidenau, Dresden-Süd, DB Energie und Pirna-Copitz gegeben hatte. Durch eine Störungsausweitung waren anschließend das gesamte Dresdner Stadtgebiet sowie das Umspannwerk Radeberg, Radebeul, Radeburg, Weixdorf, Großröhrsdorf, Freital, Nossen und Döhlen betroffen.

Polizei und Feuerwehr im Dauereinsatz

Der Notruf 112 wurde über ein Notstromaggregat gesichert und funktionierte weiterhin. Auf Grund des Stromausfalls waren zahlreiche Personen in Aufzügen stecken geblieben. Allein in Dresden gab es 24 solche Fälle, teilte die Feuerwehr mit. Das Personal in der Leitstelle wurde aufgestockt. Um das zu erwartende ansteigende Anrufaufkommen zu bewältigen, wurden alle freien personellen Ressourcen der Leistelle aktiviert. Insgesamt 19 Kolleginnen und Kollegen haben im Zeitraum von 14:00 Uhr bis 16:00 Uhr insgesamt 270 Notrufe aus der Landeshauptstadt Dresden, den Landkreisen Meißen sowie Sächsische Schweiz/Osterzgebirge entgegengenommen. Das entspricht etwa dem 10- bis 15-fachen gegenüber einem normalen Tag.

Der erste Notruf ging um 14:01 Uhr ein, wonach in einem Wohnhochhaus am Albert-Wolf-Platz eine Person in einem Aufzug stecken geblieben waren. Sie wurden von der Feuerwehr aus ihrer Notlage befreit. Bei einem Großteil der Einsätze konnten sich die Personen von selbst befreien, da der Strom mittlerweile wieder vorhanden war. Weiterhin kam es zu vier Fehlalarmen durch automatische Brandmeldeanlagen. Der Rettungsdienst wurde einige Male zu Patienten gerufen, bei denen die Heimbeatmungsgeräte durch den Stromausfall nur für eine begrenzte Zeit noch funktionierten.

Notstrom sichert Klinik-Betrieb

Im Universitätsklinikum und im Städtischen Klinikum war nichts von dem Stromausfall zu spüren. Durch Notstromaggregate waren alle wichtigen Bereiche abgesichert, wie uns beide Krankenhäuser mitteilten. Auch das Mobilfunknetz war durch den Stromausfall kurzzeitig ausgefallen. Der Polizei waren im Zusammenhang mit dem Stromausfall keine Straftaten bekannt. In vielen Geschäften und Einkaufszentren brach allerdings Chaos aus. Die Menschen standen kurzzeitig im Dunkeln und irrten umher, weil die Beleuchtung ausfiel. Der Rettungsdienst war im Dauereinsatz, um mögliche Verletzte zu versorgen. Ernsthafte Schäden gab es aber wohl nicht.

Straßenbahnen standen still

Die Dresdner Verkehrsbetriebe teilten mit, dass der gesamte Verkehr liegen geblieben und die Kundenhotline nicht erreichbar sei. Betroffen waren fast alle Straßenbahnlinien im Stadtgebiet. Gegen 14.30 Uhr hieß es dann, dass der Verkehr langsam wieder anrolle - es könne aber dauern, bis alles wieder normalisiert sei.