Studie: Mühlrose könnte erhalten bleiben
Mühlrose am Tagebau Nochten könnte erhalten bleiben. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung. Das Tagebaufeld werde nicht benötigt, für eine Umsiedlung bestehe keine energiewirtschaftliche Notwendigkeit, so die Verfasser. Sie haben den tatsächlichen Kohlebedarf der Leag errechnet. Das wären 369 Millionen Tonnen bei einem Kohleausstieg 2030 oder 559 Millionen Tonnen 2038. Ohne das Sonderfeld Mühlrose seien noch 598 Millionen Tonnen förderbar. Dagegen geht der Tagebaubetreiber von 740 Millionen Tonnen Kohle aus.
Es sei ein weiterer Beleg, „dass auch hier in Sachsen zur Umsetzung des Kohlekompromisses keine weiteren Dörfer weichen müssen“, sagte der Energie-Experte der Grünen-Fraktion, Daniel Gerber. Die Vernichtung kultureller Substanz in der Lausitz für den Kohleabbau nach 2030 sei nicht zu rechtfertigen. Die Grünen fordern die Lausitzer Energiewerke AG (LEAG) auf, ihr im Januar vorgelegtes Revierkonzept anzupassen, das das neue Klimaschutzgesetz des Bundes nicht berücksichtige.
Das 200-Seelen-Dorf Mühlrose im Landkreis Görlitz ist nach jetzigen Planungen der letzte Ort in Deutschland, der der Braunkohle weichen muss. Dagegen regt sich Widerstand, unter anderem durch Umweltverbände und Parteien, zuletzt Ende August mit dem beginnenden Abriss der ersten Gebäude. Etwa fünf Haushalte wollen gern in der alten Heimat bleiben. Das Ergebnis der DIW-Studie bestätigt Kritiker und ein früheres Gutachten.