Symbol des Wandels in Senftenberg
Seit ihrer Eröffnung am 31. Oktober 1959 prägt die Niederlausitzhalle das Stadtbild von Senftenberg wie kaum ein anderes Gebäude. Als damalige „Sporthalle Aktivist“ galt sie mit ihrer freitragenden Konstruktion als architektonische Besonderheit und war zeitweise die größte ihrer Art in Europa. Errichtet im Umfeld des Braunkohlenbergbaus, entwickelte sie sich schnell zu einem sportlichen Aushängeschild der DDR und weit darüber hinaus.
Vor allem die Leichtathletik machte die Halle international bekannt. Hier fanden zahlreiche DDR-Hallenmeisterschaften statt, Spitzenathleten gingen an den Start und Rekorde wurden geschrieben. Unvergessen bleibt der Halleneuroparekord von Kugelstoßer Ulf Timmermann aus dem Jahr 1989. Auch Marita Koch stellte in Senftenberg einen bis heute legendären deutschen Hallenrekord über 60 Meter auf. Nach der deutschen Einheit wurde die Sporthalle in Niederlausitzhalle umbenannt und blieb Austragungsort zahlreicher Sportveranstaltungen, Messen, Konzerte und regionaler Höhepunkte.
Mehr als nur eine Sportstätte
Über Jahrzehnte war die Niederlausitzhalle weit mehr als ein Ort für Wettkämpfe. Generationen von Schülerinnen und Schülern, Vereinen und Ehrenamtlichen haben hier trainiert, gefeiert und Gemeinschaft erlebt. Ob Judoturniere, Handballspiele, Ausstellungen oder Kulturveranstaltungen – die Halle war stets ein lebendiger Treffpunkt für die Region.
Doch der Zahn der Zeit hinterließ deutliche Spuren. Die Bausubstanz, die technische Ausstattung und die energetischen Anforderungen machten eine grundlegende Erneuerung unumgänglich. Zwar sorgten notwendige Sicherungsmaßnahmen im Jahr 2024 kurzzeitig für Einschränkungen, der Betrieb konnte jedoch nach statischen Arbeiten wieder vollständig aufgenommen werden.
Ein Zukunftsprojekt für die Lausitz
Nun beginnt für die traditionsreiche Halle ein neues Kapitel. Mit Investitionen von mehr als 30 Millionen Euro entsteht im Rahmen des Strukturwandels das bislang größte Bauprojekt der Stadt Senftenberg. Die Niederlausitzhalle soll zu einer modernen, barrierefreien und energieeffizienten Multifunktionshalle umgebaut werden. Geplant sind flexible Räume für Sport, Kultur, Bildung, Tagungen und Begegnungen. Damit soll die Halle künftig nicht nur Vereinen, sondern auch Unternehmen, Wissenschaft, Tourismus und Veranstaltern neue Möglichkeiten eröffnen.
Nach derzeitiger Planung beginnen die Bauarbeiten 2027. Die feierliche Wiedereröffnung ist für Ende 2029 vorgesehen. Bis dahin laufen Planungen und Beteiligungsverfahren, um die historische Bedeutung des Gebäudes mit den Anforderungen einer modernen Veranstaltungsstätte zu verbinden.
Ein Symbol des Wandels
Die Niederlausitzhalle steht heute sinnbildlich für den Wandel der Lausitz. Einst eng mit dem Bergbau verbunden, soll sie künftig ein Ort für Innovation, Sport, Kultur und Begegnung sein. Ihre Geschichte bleibt dabei sichtbar – doch ihr Blick richtet sich klar nach vorn. So könnte aus einem Denkmal der Industriegeschichte ein lebendiges Zentrum für die Zukunft einer ganzen Region werden.
Audio:
Gefördert durch die Sächsische Landesmedienanstalt. Diese Maßnahme wird mitfinanziert durch Steuermittel auf der Grundlage des vom Sächsischen Landtag beschlossenen Haushaltes.



