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Tag der offenen Tür in der JVA Görlitz

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Acht Türen und Tore bis in die Freiheit. Die Gäste werden in Flügel A geführt, in einen 1910 errich­teten Zellen­trakt. Nach 1990 wurde das Gebäude saniert. Ein Gefühl der Beklom­men­heit beschleicht die Besucher­gruppe. Die Insassen der Justiz­voll­zugs­an­stalt Görlitz verbüßen regulär Freiheits­strafen bis zu zwei Jahren. 40 Prozent der Gefan­genen sitzen in Unter­su­chungs­haft. Anstalts-Abtei­lungs­leiter Jürgen Kleß öffnet eine Zellentür. Ein zehn Quadrat­meter großer Raum. Bett, Tisch, Schrank, Schreib­tisch, ein kleiner Fernseher, Gardinen am Fenster, Fotos von Angehören und nackten Frauen… Ihrer Kreati­vität legal freien Lauf lassen können Gefan­gene beim Modellbau. In der Multi­funk­ti­ons­werk­statt der Nestor GmbH basteln die Insassen z. B. kleine Holzmo­delle. Die sechs Plätze seien begehrt, so Betreuer Uwe Fischer. Während ihrer Haftzeit können sich die Gefan­genen auch zum Koch quali­fi­zieren oder zum Bauten-Objekt­be­schichter, der Vorstufe zum Maler. Arbeit gibt es auch in Kleider­kammer und Küche. Wer will, kann Fußball, Volley­ball oder Tisch­tennis spielen oder sich im Kraft­raum schaffen.Anstalts­leiter Frank Hiekel hat keine Auslas­tungs­pro­bleme. Seine Anstalt ist fast immer komplett belegt. An diesem Tag sind von den 209 Plätzen noch elf frei. Aber keiner aus der Besucher­gruppe will bleiben ...

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Reporter Knut-Michael Kunoth