„Wie in einem Gangsterfilm“ - Prozess zu versuchtem Raub im Kaufland Weißwasser
„Alles Geld raus, alles Geld raus!“ – eine Kaufland-Kassiererin Weißwasser hat heute zu Beginn des Raubprozesses vor dem Landgericht Görlitz die Tat geschildert. Der Fall geschah vor zweieinhalb Jahren. Angeklagt ist ein 48 Jahre alter Pole. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm versuchte besonders schwere räuberische Erpressung vor.
Der Mann habe eine Packung Eis auf das Kassenband gelegt und einen Fünf-Euro-Schein gegeben, so die Kassiererin. Als das Kassenfach aufsprang, habe sie in den Lauf einer Pistole geschaut. Er war schwarz gekleidet, trug blaue Gummihandschuhe und eine Kapuze. „Ich war erstarrt“, sagte die Kassiererin unter Tränen aus. Sie leidet bis heute an den Folgen der Tat.
Kunden riefen um Hilfe. Daraufhin ergriff der Räuber die Flucht. „Er hatte die Waffe wie im Gangsterfilm gehalten. Dann lief er an mir vorbei“, so ein Kunde. Raus auf den Parkplatz zu seinem Pkw mit polnischem Kennzeichen. Eine Kundin merkte sich das Kennzeichen und rief die Polizei. Kurz vor der polnischen Grenze wurde der Mann festgenommen. Der Angeklagte räumte die Tat ein. An Einzelheiten konnte er sich offenbar nicht mehr erinnern.
In dem Verfahren geht es um mehr als nur um eine Strafe für die Tat. Der Angeklagte ist kein unbeschriebenes Blatt. Er sei mehrfach einschlägig vorbestraft, so die Staatsanwaltschaft. Zum Tatzeitpunkt wurde er in Polen wegen eines Raubes gesucht. Die Staatsanwaltschaft schätzt ein, dass er weitere Straftaten begehen und so eine Gefahr für die Allgemeinheit sein könnte. Sie will deshalb, dass der Mann in Sicherungsverwahrung kommt. Ob das angemessen ist, wird das Gericht bewerten. Der Prozess geht am kommenden Montag (13.1.) weiter. Dann soll ein psychiatrischer Gutachter gehört werden.