Tausende bei Demonstrationen in Dresden und Leipzig
Die Pegida-Bewegung hat am Montagabend in Dresden erneut mehr Zulauf bekommen. Nach Angaben der Polizei beteiligten sich über 25.000 Menschen an der mittlerweile 12. Auflage der islamkritischen Demonstration. Dabei verkündete Pegida-Anführer Lutz Bachmann sechs Forderungen der islamkritischen Bewegung: 1. Unkontrollierte Zuwanderung soll gestoppt werden. 2. Zuwanderer sollen verpflichtet sein, sich zu integrieren. 3. Islamisten sollen ausgewiesen werden. 4. Bürger sollen in Volksabstimmungen direkt über Bundespolitik entscheiden können. 5. Die angebliche "Kriegstreiberei" gegen Russland soll beendet werden. 6. Die innere Sicherheit soll finanziell gestärkt werden.Gegen den Spaziergang der Bewegung gab es wieder mehrere Protestaktionen. Am Rande des Zugs gab es einzelne Blockadeversuche von Pegida-Gegnern. Auch Böller flogen. Zu größeren Zwischenfällen oder Festnahmen sei es aber nicht gekommen, sagte ein Polizeisprecher. Über 1.300 Beamte aus fünf Bundesländern waren im Einsatz. Zuvor hatten sich hunderte Menschen zwei Gegenveranstaltungen des Bündnisses „Nazifrei“ an der Neuen Synagoge und vor der Semperoper angeschlossen. An der sogenannten Neujahrsputzaktion des Bündnis "Dresden für Alle" beteiligten sich nach Angaben der Polizei rund 7.500 Menschen.In Leipzig, wo der Ableger Legida erstmals zum „Spaziergang“ aufgerufen hatte, bezogen dagegen nach Angaben eines Stadtsprechers rund 30.000 Gegendemonstranten Position für Weltoffenheit und gegen Fremdenfeindlichkeit. Sie waren dort deutlich in der Mehrheit - Knapp 5.000 Menschen hatten sich Legida angeschlossen. „Ich bin sehr froh und dankbar für so viel Unterstützung aus der Bürgerschaft. Zehntausende sind unterwegs, um zu zeigen: Wir sind eine Stadt für Menschenrecht, für das Recht auf Asyl, für Demokratie, für Freiheit, Gleichheit und Geschwisterlichkeit“, sagte Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD). „Ich glaube, dass das ein wichtiges Zeichen ist für die Demokratiekultur und die Streitkultur.“Aus Solidarität mit den Nolegida-Protesten blieb am Abend das Leipziger Völkerschlachtdenkmal dunkel. „Das Licht bleibt die ganze Nacht aus“, sagte eine Rathaussprecherin über das berühmte Wahrzeichen. Zur Demo des Leipziger Pegida-Ablegers waren auch am Stadion die Lampen nicht angeschaltet worden. Zudem löschten viele Bürger in der Innenstadt das Licht in ihren Wohnungen. Entlang der Legida-Marschroute im gutbürgerlichen Waldstraßenviertel öffneten viele Anwohner ihre Fenster und beschallten die Straße mit Beethoven „Ode an die Freude“. Dazu hatten die Nolegida-Veranstalter vorab aufgerufen. (DPA)