Telemedizin-Brücke und Diabetiker-Zentrum für Weißwasser
Lücken in der medizinischen Versorgung in Weißwasser sollen in diesem Jahr geschlossen werden. Am Kreiskrankenhaus wird ein ambulantes Zentrum zur Behandlung von Diabetikern entstehen. Das kündigte Sozialdezernentin Martina Weber im Interview mit unserem Sender an. Außerdem soll in der Kinder- und Jugendpsychiatrie dem Ärztemangel vor Ort durch Telemedizin begegnet werden. Weißwasser ist seit über einem Jahr Modellregion. Projekte für eine langfristige ärztliche Versorgung werden vom Land Sachsen gefördert – und dabei auch neue Wege. Mediziner-Nachwuchs in die Region gelockt werden – nicht nur nach Weißwasser, auch in andere Teile des Kreises Görlitz, da wo schon Versorgungslücken sind oder sich demnächst öffnen. Ein Weiterbildungsverbund Ostsachsen, zu denen fünf Kliniken und zehn Arztpraxen gehören, will Absolventen abholen, ihnen einen Mentor zur Seite stellen, sie bei der obligatorischen Spezialisierung zum Haus- oder Facharzt begleiten und zum Bleiben bewegen. Gestern Abend unterzeichneten die Partner einen entsprechenden Kooperationsvertrag.
Fünf junge Ärzte werden schon vom Weiterbildungsverbund begleitet. Es sind Neurologen und Allgemeinmediziner. Außerdem wollen künftige Kinderärzte das Angebot nutzen. Im Kreis Görlitz drohen große medizinische Versorgungslücken. Viele Ärzte gehen demnächst in Pension. So liegt das Durchschnittsalter der ambulanten Mediziner bei rund 60 Jahren und in Zittau bei 52 Jahren.