Trickbetrüger ziehen Europol-Masche ab
Trickbetrüger sind erfinderisch. Neuerdings versuchen sie es mit der Europol- Masche. Die Täter geben sich am Telefon als Polizisten aus, sie sprechen auch englisch, klingen seriös und wollen, dass ihre Opfer Geld überweisen. In der Oberlausitz sind bisher zwei derartige Fälle angezeigt worden.
Ein Mann aus Niesky fiel auf die Masche rein. Er kaufte sechs Google-Play-Gutscheinkarten zu je 500 Euro und gab die Nummern preis. Am anderen Ende der Leitung war eine Frau, die sich als Europol-Mitarbeiterin ausgab. Weitere sechs Karten sollte er kaufen. Da dämmerte es ihm. Er legte auf. Raffiniert wie dreist ging ein Betrüger vor, der bei einem Radeberger anrief. Er erklärte ihm auf Englisch, dass seine persönlichen Daten für ein Drogengeschäft missbraucht worden seien. Aber Europol werde sich kümmern. Er brauche nur zur Bestätigung seiner Identität mit seiner Kreditkarte 1.000 Euro überweisen. Tat er zum Glück nicht.
Worauf sollten Sie achten? Wie gehen die Täter vor?
Die Kontaktaufnahme der Täter erfolgt über das Telefon, in der Regel mittels einer Bandansage auf englischer Sprache. Dabei täuschen die Gauner einen Anruf einer deutschen Polizei, von Interpol oder Europol vor. Die Betrüger geben an, dass mit der Identität bzw. dem Ausweis der angerufenen Person Straftaten begangen wurden. Daraufhin folgt die Aufforderung, eine Taste zu drücken (z. B. 1), um mit der zuständigen Polizei zu sprechen.
Was ist das Ziel der Täter?
Das Ziel der Täter ist es, das Opfer so zu einer kostenpflichtigen Rufnummer weiterzuleiten. Außerdem beabsichtigen sie, dadurch sensible Daten der Angerufenen zu erlangen, um damit dann möglicherweise weitere Straftaten zu begehen. Denkbar wäre z. B. sich mit der Identität eines Geschädigten und dessen persönlichen Daten Zugang zum Online-Banking zu verschaffen. Möglich wäre auch, dass die Täter nach dem Identitätsdiebstahl Bargeldüberweisungen ins Ausland veranlassen.
Die Polizei rät: So sollten Sie sich bei potentiellen Betrüger-Anrufen verhalten!
• Legen Sie bei einer Bandansage sofort auf!
• Drücken Sie keine Taste für eine Weiterleitung!
• Geben Sie keine sensiblen Daten bzw. persönliche Zugangsdaten an Unbekannte weiter!
• Folgen Sie keinen Aufforderungen!
• Übergeben Sie niemals Geld an Unbekannte!
• Überweisen Sie niemals Geld an unbekannte Konten, weder im Ausland noch im Inland!
Was müssen Sie noch beachten?
Die Täter rufen oftmals mit reell existenten öffentlichen Polizei- oder Rufnummern an, welche auf die 110 enden. Dabei gilt: Die Polizei ruft NIE mit der 110 an. Bei diesem sogenannten Call-ID-Spoofing werden die angezeigten Telefonnummern manipuliert. Die Polizei erfragt NIE sensible Daten am Telefon. Im Zweifel legen Sie sofort auf und wählen selbst die öffentliche Einwahl der zuständigen Polizeidienststelle.
Weitere Informationen finden Sie unter den nachfolgenden Links:
• www.verbraucherzentrale.de/wissen/vertraege-reklamation/abzocke/vorsicht-falsche-polizisten-am-telefon-12273 (Verbraucherzentrale) (ks)