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Über 500 Kfz-Diebstähle in der Oberlausitz

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Wie sicher fühlen Sie sich auf der Straße? Haben Sie Angst, überfallen zu werden? Wurde bei Ihnen schon einmal eingebrochen – in die Wohnung, in den Keller oder in die Garage? Und was ist mit Ihrem Auto? Steht es noch am rechten Fleck? Der heute veröffentlichten Kriminalitätsstatistik zufolge ist das Leben in der Oberlausitz etwas sicherer geworden – allerdings nicht überall. Statistiken lassen sich so oder so lesen:  35.480 Straftaten im vergangenen Jahr  in der Oberlausitz - das sind 13 Prozent weniger. „Der tiefste Stand seit zehn Jahren“, freut sich  der Görlitzer Polizeipräsident Torsten Schultze.  Wenn man die letzten zehn Jahre betrachtet. Dagegen sank die Kriminalität im Vergleich zu 2016 nur um rund zwei Prozent. Die Zahl der Einbrüche und Diebstähle ist um 1.000 Fälle zurückgegangen. Das gilt ganz allgemein. Bei einer näheren Betrachtung gab es in einigen Bereichen einen Anstieg. MEHR AUTODIEBSTÄHLEIm vergangenen Jahr wurden in den Landkreisen Görlitz und Bautzen 531 Fahrzeuge gestohlen und damit 122 mehr als im Jahr zuvor. In 275 Fällen blieb es beim Versuch. Operationsschwerpunkt der Automafia ist nach wie vor Görlitz mit 177 gestohlenen Fahrzeugen. Damit verschwindet dort - statistisch betrachtet - alle zwei Tage ein Auto. Ein weiterer Brennpunkt ist Zittau. Dort wurden im vergangenen Jahr 109 Kfz. gestohlen. Beliebte Marken der Diebe sind VW, Audi, Skoda, BMW und Mazda. POLITISCH MOTIVIERTE KRIMINALITÄT Auch in diesem Bereich ein Anstieg! Von 462 Fällen im Jahr 2016 auf 505 Fälle im Jahr 2017. Die meisten Straftaten (338) ordnet die Polizei dem rechten Spektrum zu – angefangen vom Zeigen des Hitlergrußes bis hin zu tätlichen Übergriffen auf Polizisten und Anhängern aus der linken Szene. GRENZKRIMINALITÄTSie ist im dritten Jahr in Folge gesunken, so die Polizei. Die Zahl der Einbrüche und Diebstähle sank entlang der Grenze zu Polen um fast 240. Rund 4.400 Anzeigen wurden aufgenommen. Geringer ist dagegen der Rückgang an der Grenze zu Tschechien. Gut 1.100 Eigentumsdelikte wurden dort m vergangenen Jahr angezeigt. Das waren nur knapp 70 weniger als 2016. Ein Schwerpunkt bleiben die Garageneinbrüche imi Oberland. Sie werden häufig von drogenabhängigen Männern aus Tschechien begangen. Sie kommen aus Varnsdorf, Schluckenau und Böhmisch Leipa. SCHLÄGEREIEN, RAUBÜBERFÄLLE, MORD UND TOTSCHLAGDie Polizei spricht bei Körperverletzungen, räuberischer Erpressung und Raubüberfällen von Rohheitsdelikten. 5.000 dieser Fälle wurden im vergangenen Jahr angezeigt. Das sind über 120 mehr als 2016. Außerdem wurden 19 Straftaten gegen das Leben verübt und damit zwei mehr als im Jahr zuvor.  DIE KRIMINALITÄTSBRENNPUNKTE IN DER OBERLAUSITZAn oberster Stelle steht Görlitz mit rund 8.200 Straftaten – gefolgt von Bautzen mit über 4.300 und Zittau mit fast 2.800 Fällen. Am sichersteten lebt es sich auf dem Lande – insbesondere im sorbischen Gebiet. Aus Puschwitz und Crostwitz wurden im vergangenen Jahr nur acht bzw. neun Straftaten bekannt.

DIE AUFKLÄRUNGSQUOTE

Sie liegt bei rund 60 Prozent  - gemessen an der gesamten Kriminalität. Knapp 21.200 Fälle wurden im vergangenen Jahr aufgeklärt. Beim Autoklau ergibt es allerdings ein anderes Bild. Dort liegt die Aufklärungsquote nur bei etwas über 16 Prozent.    
WER SIND DIE TÄTER?Fast drei Fünftel sind Erwachsene und knapp fünf Prozent Kinder.  Straftaten werden weiterhin meist von Männern begangen. Nur in einem von vier Fällen wurden Frauen ermittelt.  4.000 der im vergangenen Jahr ermittelten Tatverdächtigen waren Ausländer – meist Polen oder Tschechen. Bei knapp sechs Prozent handelt es sich um  Zuwanderer, also Asylbewerber und Flüchtlinge.  Sie begingen rund 1.400 Straftaten. Dazu gehörten 65 Intensivtäter. Als Intensivtäter zählt, wer mindestens fünfmal kriminell geworden ist.