Über 600 Görlitzer Bombardierwerker demonstrieren gegen drohenden Stellenabbau
Mehr als 600 Görlitzer Bombardier-Beschäftigte sind heute Vormittag gegen den drohenden Stellenabbau auf die Straße gegangen. Auf einer Protestkundgebung vor dem Werktor warnte der ostsächsische IG-Metall-Chef Jan Otto davor, die Standorte Görlitz und Bautzen gegenseitig auszuspielen. Beide Werke müssten mit ihren Kompetenzen bestehen bleiben. Betriebsratsvorsitzender Volker Schaarschmidt warf der Konzernleitung vor, die Beschäftigten als Spielball in einem Sandkastenspiel unternehmerischer Planung zu benutzen.
Einen ersten Erfolg haben die Görlitzer offenbar erreicht. Die Teilefertigung soll nicht ausgelagert werden. Für den Verbleib gebe es gute Argumente, insbesondere um die Produktion im kommenden Jahr intensiv zu unterstützen, sagte Unternehmenssprecher Andreas Dienemann unserem Sender.
Gestern hatten über 500 Bautzener Bombardier-Beschäftigte für den Erhalt der Arbeitsplätze demonstriert. Nach weiter unbestätigten Angaben will Bombardier 2.500 Stellen an den Standorten Görlitz, Bautzen und Hennigsdorf abbauen.
Am 22. Dezember will sich Bundearbeitsminister Siegmar Gabriel mit der Konzernspitze treffen, um über die Zukunft der deutschen Werke zu sprechen.