Umbau macht Sachsens Wälder sicherer gegen Brände

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Mit einem umfangreichen und langfristigem Umbau sollen Sachsens Wälder sicherer gegen Stürme und Brände gemacht werden. "Wenn es keinen Klimawandel gäbe, hätten wir einen Großteil des Waldumbaus bereits geschafft", sagte Sven Martens, Referatsleiter Forsteinrichtung im Staatsbetrieb Sachsenforst in Pirna. Derzeit würden aber Szenarien immer wahrscheinlicher, die weit jenseits der zwei Grad Erwärmung lägen. "Dann rücken die heute angebauten Buchen bereits innerhalb der neu gepflanzten Waldgeneration wieder aus dem standörtlichen Optimum heraus."

Der Waldumbau ist auf eine Erhöhung der Anteile von Laubbaumarten ausgerichtet. Damit ist zugleich eine Verringerung des Brandrisikos gegeben. Gegenüber der Ausgangssituation vor 1990 ist in Wäldern wie der Dahlener Heide oder Teilen der Dübener Heide das von den Baumarten ausgehende Brandrisiko heute schon weitaus geringer. Hier ist der Waldumbau weit fortgeschritten. "Auch weil wir in den letzten drei Jahrzehnten spürbaren Rückenwind durch die Natur bekommen haben. Die Erwärmung lässt Eichen und Buchen häufiger blühen. Ihre Naturverjüngung trägt dort, wo die Wilddichte ein Aufwachsen zulässt, erheblich zum Waldumbau bei", erläuterte Martens.

Weil es viele Vorteile mit sich bringt, wachsen die im Waldumbau angebauten Buchen, Weißtannen, Eichen und anderen Laub- und Nadelbaumarten in der Regel unter dem Kronendach der Altbestände. Aus diesem Grund wird der Generationswechsel von den Fichten- und Kiefernbeständen, der seit 1990 verstärkt eingeleitet wurde, in den sächsischen Wäldern erst mit dem Verlust der Fichten und Kiefern durch den Borkenkäfer sichtbar.

Die anhaltende Trockenheit der letzten Jahre zeige, dass es vor allem "stresstolerante" Baumarten, wie die Eichenarten, braucht. "Viele Baumarten, die mit Trockenheit zurechtkommen, etwa Elsbeeren, Mehlbeeren, Eiben, Feldahorn, Wildbirnen wachsen längst nicht überall zu stattlichen Bäumen heran", erklärte der Waldexperte. Fraglich ist, ob wir zukünftig den gegebenen Holzbedarf überhaupt decken können. Denn dafür müssen die Baumarten bei geringerem Wasserangebot genauso produktiv sein wie die bisherigen Nadelbäume.

Ein gutes Beispiel ist die aus Nordamerika stammende Roteiche. Sie besitzt laut Waldexperte gegenüber Buche und Eiche eine deutlich höhere Wassernutzungseffizienz. "Ihr Laubdach bildet schattige und dunkle Bestände, die keine Bodenvegetation ermöglicht. Eine Waldstruktur, die mit unseren Buchenwäldern vergleichbar und ideal für den Brandschutz ist", betonte Martens. Die Roteiche könne dies auch auf trockenen Sandböden und sei deshalb die erste Wahl für Waldbrandriegel. (dpa)