Umfrage unter Vermietern in der Oberlausitz: Keine Sperrzeiten für Warmwasser
Wir müssen wohl alle sparen angesichts eines drohenden Gasnotstandes. Die Heizung nicht auf volle Pulle, ist klar. Weniger baden, kürzer duschen. Jeder hat es selbst in der Hand. Doch so viel Vertrauen hat eine Wohnungsgenossenschaft in Dippoldiswalde nicht. Sie dreht den Mietern abends das Warmwasser ab und erst morgens wieder auf. Die Nachricht hat für Aufsehen gesorgt.Wir haben bei fünf kommunalen Vermietern in der Oberlausitz nachgefragt, ob sie auch schon die Hand am Warmwasserregler haben.
Gesunder Menschenverstand statt Dreh am Warmwasserschieber
Sperrzeiten für Warmwasser aus der Leitung – diesem Beispiel wollen die kommunalen Vermieter nicht folgen. Sie setzen stattdessen auf die Eigeninitiative ihrer Mieter oder – wie es der Chef der Gemeinnützigen Wohnungsbaugesellschaft Niesky, Jörg Kalbas, ausdrückt – auf den gesunden Menschenverstand. Jeder habe die Kosten selbst in der Hand. Außerdem wäre so ein Eingriff wie in Dippoldiswalde viel zu teuer. Für jedes Haus müsste die Steuerung neu programmiert werden.
„Panikreaktion“ in Dippoldiswalde
Die Mieter der Wobau Löbau wurden in einem Schreiben gebeten, die monatlichen Abschlagszahlungen für die Nebenkosten selbst zu erhöhen.Um mindestens 20 Prozent, empfahl die Wohnungsbaugesellschaft Weißwasser. Fast alle der über 3.000 Mieter seien dem Rat gefolgt, freut sich Geschäftsführerin Petra Sczesny. Die Wohnungsbaugesellschaft Bautzen hat das den Mietern abgenommen. Sie geht von einer 100prozentigen Kostenerhöhung aus und hat die Vorauszahlungen entsprechend angepasst. Das Vorgehen in Dippoldiswalde bezeichnet Geschäftsführerin Kirsten Schönherr als Panikreaktion.
Kommunikation und Aufklärung ist alles. Auf rechtzeitige Mieter-Informationen setzt die Wohnungsgesellschaft Hoyerswerda.