Umweltdrama: Alle Fische in der Mandau tot - Einwohner klagen über Kopfschmerzen - Benachbartes tschechisches Klärwerk im Visier der Ermittler
Von KNUT-MICHAEL KUNOTHEine braune Brühe fließt träge die Mandau hinab. Es riecht nach Lösungsmitteln. Tote Fische treiben an den Ufern. Der Fluß - tot. Der gesamte Fischbestand ist vernichtet auch die unter Artenschutz stehende Schmerle, so Polizeihauptkommissar Dietmar Dubski. Anwohner klagen über Kopfschmerzen und Schwindelgefühl. Die übelriechende Brühe kommt vermutlich aus dem benachbarten Klärwerk im tschechischen Varnsdorf (siehe Foto). Es soll sich um Rückstände eines tschechischen Textilbetriebes handeln, die in der Anlage nicht neutralisiert werden können. Das Klärwerk liegt direkt an der Grenze, nur einen Steinwurf vom ersten Großschönauer Haus entfernt. Schon seit einer Woche wird immer wieder diese braune Brühe eingeleitet. Das Umweltamt in Zittau wurde informiert, Proben genommen, so Anwohner Ludwig Pfennigwerth. Der Behörde sind jedoch die Hände gebunden. Wir haben ein Fax an die zuständige Wasserbehörde in Tschechien geschickt, aber bisher noch keine Antwort erhalten, ärgert sich Umweltamtschef Hans-Günter Rothe. Außerdem wurde der Fall nach Dresden gemeldet. Aber der Weg über die Ministerien dauert. Wasserproben wurden gestern erneut genommen. Die Ergebnisse sollen morgen vorliegen. Erst dann werden die Großschönauer Gewissheit haben, wie groß die Gefahr wirklich ist.