UNESCO-Welterbeantrag für Herrnhuter Brüdergemeine

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Die "Siedlungen der Herrnhuter Brüdergemeine" sollen Unesco-Welterbe werden. Die transnationale Bewerbung wurde am 18. Januar von den USA in Paris eingereicht, wie Sächsische Staatskanzlei und Regionalentwicklungsministerium in Dresden am Mittwoch mitteilten. Die Nominierung umfasst drei historische Siedlungen in den USA, Nordirland und mit Herrnhut in Sachsen den Gründungsort. Mit Christiansfeld in Dänemark, ebenfalls barock und rechtwinklig nach dessen Muster gebaut, wollen die vier Siedlungen "das weltweite Phänomen der Herrnhuter Brüdergemeine" repräsentieren.

Die Herrnhuter Brüdergemeine stehe für Gemeinschaft, Glauben und Hoffnung, Weltoffenheit und Weltzugewandtheit, sagte Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU). Der gemeinsame Antrag sei "ein wichtiger Meilenstein auf dem Weg zum Welterbe". Das Welterbekomitee werde voraussichtlich im Sommer 2024 darüber entscheiden, hieß es. Christiansfeld wurde bereits 2015 in die Welterbeliste aufgenommen - mit der Empfehlung, die Welterbestätte zukünftig um andere Siedlungen der Herrnhuter Brüdergemeine zu erweitern.

Nach dem Vorbild von Herrnhut wurden laut Mitteilung über 30 Siedlungen weltweit gebaut. Die Herrnhuter Brüdergemeine ist eine evangelische Freikirche und geht auf die 1457 entstandene Böhmische Brüder-Unität zurück. Die evangelische Minderheit lebte im katholischen Königreich Böhmen, ihr geistlicher Ahnvater war der als Ketzer verbrannte Reformator Jan Hus (1371-1415). Nachfahren der Brüder kamen im 18. Jahrhundert nach Sachsen, Nikolaus Ludwig Graf von Zinzendorf (1700-1760) gewährte den Glaubensflüchtlingen Asyl auf seinem Gut. 1722 gründeten sie den Ort "unter des Herrn Hut". (dpa)